Berlin/Potsdam, 14. Januar 2021. Bei Beschwerden an der Wirbelsäule wird häufig eine Operation vorgeschlagen. Diese chirurgischen Eingriffe am Rücken sind jedoch nach Auswertungen der Techniker Krankenkasse (TK) häufig vermeidbar. 

Die Auswertungen des Zweitmeinungsangebots der TK liefern seit Jahren ein konstantes Ergebnis: Ein Großteil der Rückenoperationen ist nicht erforderlich. In den Jahren 2013 bis 2019 haben sich mehr als 6.000 Betroffene für eine Zweitbegutachtung in einem der bundesweit 30 Schmerzzentren vorgestellt. Bei acht von zehn Patienten wurde die Empfehlung ausgesprochen, sich konservativ, zum Beispiel physiotherapeutisch, behandeln zu lassen.

Die TK möchte ihren Versicherten eine Operation ersparen, wann immer dies möglich ist. Das Angebot der TK zu einer ärztlichen Zweitmeinung kann dabei helfen. "Wenn ein größerer operativer Eingriff am Rücken oder den Gelenken bevorsteht, hilft eine zweite ärztliche Meinung, die Chancen und Risiken besser abzuschätzen" sagt Susanne Hertzer, Leiterin der TK-Landesvertretung Berlin und Brandenburg. "Das für sie kostenfreie Zweitmeinungsverfahren ist für die Patienten daher enorm wichtig."

Unnötige Operationen vermeiden

In Berlin und Brandenburg sind 2020 bis Ende September bei TK Versicherten ca. 4.400 operative Eingriffe am Rücken vorgenommen worden. Davon entfielen mehr als 3.400 Operationen auf Berliner Versicherte, in Brandenburg wurden fast 1.000 Operationen durchgeführt.
Deshalb hat die TK das Angebot der Zweitmeinungsverfahren ausgeweitet. Spricht der behandelnde Arzt eine OP-Empfehlung am Schultergelenk, an der Hüfte oder am Knie aus, können sich TK-Versicherte in Berlin oder in Brandenburg in drei regionalen Zentren kurzfristig untersuchen lassen und eine zweite Meinung einholen. 

Kontaktlose Zweitmeinung möglich

Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, online eine Zweitmeinung zu erhalten. Dafür braucht der Patient das Haus nicht zu verlassen und kann von daheim die medizinischen Unterlagen wie Arztberichte, Befunde, Laborwerte und die Krankenhausverordnung zur OP zusammen mit einem Fragebogen auf das Vertragsportal laden. TK-Versicherte können so eine Online-Zweitmeinung bei anstehenden Wirbelsäulen- oder Gelenkersatz-Operationen an Hüfte und Knie einholen. Gleiches gilt für geplante Eingriffe am Herzen mittels Herzkatheter-Untersuchungen.
Das Ergebnis kann nach zehn Werktagen über ein angelegtes Benutzerkonto eingesehen und heruntergeladen werden. Auch ein Postversand ist möglich, dauert aber etwas länger.

Rehabilitation statt OP

Ergibt die zweite Meinung der Spezialisten, dass eine Operation nicht erforderlich ist, erhalten die Patienten eine konservative Therapie, die sich nach Bedarf über mehrere Monate erstrecken kann. Neben dem bereits bestehenden Angebot im Markgrafenpark in Berlin sind die "RehaTagesklinik im forum pankow" und das "Reha-Zentrum Teltow" neu hinzugekommen. Die Spezialisten vor Ort erarbeiten ein individuelles, auf die Problematik abgestimmtes Programm.