Medikament falsch dosiert, Patient verwechselt, Hygieneregeln nicht befolgt: Im Krankenhaus oder in der Praxis vor Ort kann es zu Fehlern kommen. Der erste Welttag der Patientensicherheit hat den Blick auf dieses Thema gelenkt. 

TK: Die TK hat zum Thema Patientensicherheit eine Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Wie sehen die Ergebnisse aus?

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Andreas Vogt: Sieben Prozent der Menschen in Baden-Württemberg geben an, dass sie in den letzten zehn Jahren einmal einen vermuteten Fehler bei einer medizinischen Untersuchung oder Behandlung erlitten haben. Fünf Prozent schätzen, dass es sogar mehrmals zu einem Fehler gekommen ist. Insgesamt berichtet also etwa jeder Achte von einem vermuteten Fehler.

Im Vergleich der Bundesländer ist das der beste Wert. In Deutschland insgesamt vermutet jeder Sechste, dass bei ihm oder ihr schon einmal etwas falsch gelaufen ist. Das zeigt, dass die Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg insgesamt gut betreut werden. Darauf darf man sich aber nicht ausruhen.

TK: Was kann man konkret tun?

Vogt: Das Thema Qualitätssicherung und Fortbildung muss in Praxis und Klinik oberste Priorität haben. Wichtig ist eine positive Fehlerkultur. Dies bedeutet, dass Fehler nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern dazu dienen, aus ihnen zu lernen. 

Wir wollen dazu unseren Beitrag leisten. Die TK engagiert sich seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten für mehr Sicherheit in Kliniken und Arztpraxen. Allein sieben der rund 30 Versorgungsforschungsprojekte mit TK-Beteiligung sollen die Sicherheit von Patienten verbessern und weiterentwickeln. 

TK: Können Sie dazu ein Beispiel nennen?

Vogt: Es gibt zum Beispiel das Projekt "CIRSforte". Es unterstützt aktuell 200 Arztpraxen dabei, ein Fehlerberichts- und Lernsystem einzuführen, um Schwachpunkte und Risiken in den Arbeitsabläufen zu identifizieren. Mit dabei sind auch Praxen aus Baden-Württemberg.

Zudem hat die TK vor wenigen Monaten einen eigenen Beauftragten für Patientensicherheit bestellt. Der Gesundheitswissenschaftler Hardy Müller setzt sich dafür ein, dass das Risikomanagement in der stationären und ambulanten Versorgung stärker miteinander verknüpft und verbessert wird. 

TK: Was können Patientinnen und Patienten tun, um Fehler zu verhindern? 

Vogt: Sie können sich fit für die Kommunikation mit dem Arzt machen. Dies bedeutet zum einen, Gesundheitsinformationen zu verstehen, aber auch richtig ein Arztgespräch zu führen. 

Wir unterstützen unsere Versicherten dabei mit der  Kursreihe "Kompetent als Patient". Sie erhalten kompaktes Wissen für Ihre Kompetenzen als Patient und haben jederzeit die Möglichkeit, Ihre persönliche Sichtweise einzubringen.  Das Angebot gilt auch für alle, die sich um nahestehende Personen kümmern.

In Baden-Württemberg bieten wir diesen Kurs jeweils an zwei Terminen in Freiburg und Heidelberg an

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