Die Notfallversorgung ist in drei Bereiche gegliedert, die jeweils eigenständig agieren und unabhängig nebeneinander existieren: der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), der Rettungsdienst und die Notaufnahmen in den Krankenhäusern.

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Fachtagung Notfallversorgung am 23. Oktober 2018 in Dresden

Notfallambulanzen mit Bagatellfällen strapaziert

"Für den Patienten sind diese Parallelstrukturen unübersichtlich, wirken unabgestimmt und weit entfernt von einer ganzheitlichen Betrachtung des Patientenproblems", brachte Simone Hartmann, Leiterin der TK in Sachsen das Problem auf den Punkt. Die Notfallambulanzen werden mit Bagatellfällen und leichten Befindlichkeitsstörungen strapaziert, für schwerwiegende zeitkritische Fälle sind die Ressourcen blockiert.

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Professor Ferdinand Gerlach

Kooperation der drei Notfallsektoren ist möglich

Auswege aus dem Dilemma sah Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen, vor allem in der Errichtung integrierter Leitstellen und integrierter Notfallzentren an Kliniken für alle akuten Notfallbehandlungen. Funktionierende Beispiele aus Dänemark oder den Niederlanden zeigten, dass trotz aller Unterschiede in den Gesundheitssystemen die Kooperation der drei Notfallsektoren möglich sei.

Vortrag Prof. Gerlach Notfallversorgung (PDF, 2,6 MB)

In diesem Sinne haben KV Sachsen, Krankenhausgesellschaft Sachsen und Krankenkassen einen dreiseitigen Vertrag abgeschlossen, der Bereitschaftspraxen als zentrale Notaufnahmen an Krankenhäusern vorsieht. In den drei Pilotregionen Annaberg - Zschopau, Görlitz - Niesky, Delitzsch - Eilenburg wird diese Struktur derzeit getestet.

Erst einmal 116117 wählen

Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen wies auf die bundesweite Notrufnummer der Kassenärzte 116117 hin. Abgesehen von lebensbedrohlichen Situationen sollten sich Patienten immer zunächst an diese Vermittlungsstelle wenden. Heckemann stellte in Aussicht, dabei künftig auch telemedizinische Fernbehandlung einzusetzen. "Die Idee ist schon ziemlich weit fortgeschritten", sagte er.

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Dr. Klaus Heckemann

Vortrag Dr. Heckemann Notfallversorgung (PDF, 14,4 MB)

Michael Bockting, zuständig für Sozialversicherung und Krankenhauswesen beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, beschrieb die Notfallbehandlung als "Chance für ländliche Krankenhäuser, gerade ihre Dienstleistung in der medizinischen Versorgungslandschaft für Patienten zu verankern."

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von links nach rechts: Prof. Ferdinand Gerlach, Dr. Klaus Heckemann, Simone Hartmann und Friedrich R. München

Knappe Ressourcen richtig einsetzen

Der drohende Fachkräftemangel auch in der Medizin zwinge zu innovativen Lösungen, so Friedrich R. München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen. "Um die knappen Ressourcen richtig einzusetzen, sind die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, gemeinsame Portalpraxen und die qualifizierte Steuerung der Patientenströme wichtig."

Vortrag F. R. München Notfallversorgung (PDF, 10,4 MB)

Unser Gesundheitswesen in der Zukunft

"Wir entscheiden jetzt über neue Strukturen, die für Patienten auf Dauer sinnstiftend und bestmöglich funktionieren sollen. Mit diesen Entscheidungen beeinflussen wir grundlegend das System. Hier müssen wir Fehlanreize minimieren. Bei der Gestaltung unseres Gesundheitswesens und damit der Zukunft Sachsens wollen wir dabei sein", fasste Hartmann das Anliegen der Veranstaltung zusammen.