Die Entwicklung bei der Organspende ist positiv: In Berlin haben im vergangenen Jahr 48 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. 2017 waren es nur 35. Zuvor war die Zahl mehrere Jahre lang gesunken. Auch in Brandenburg stieg die Zahl der Organspender 2018 im Vergleich zu 2017 von 18 auf 37 an.

Laut Statistik sterben in Deutschland jeden Tag drei Menschen, weil sie kein Spenderorgan erhalten.

Neues Gesetz

Der Bundestag hat im Februar 2019 mit großer Mehrheit das Zweite Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes - Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO) beschlossen. Die TK begrüßt es, dass die Organspende auch politisch in den Fokus gerückt ist. Das Gesetz enthält wichtige Hebel, um die Bedingungen für Organspenden zu verbessern. Vor allem die Stärkung der Transplantationsbeauftragten wird Wirkung zeigen: Das GZSO regelt die Freistellung der Beauftragten in den Entnahmehäusern. Das ist der richtige Weg, denn in ihrer wichtigen Funktion als Schnittstelle zwischen Patienten, Ärzten, Angehörigen und Pflegepersonal müssen den Transplantationsbeauftragten genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Nur mit ihrer Hilfe kann es gelingen, die Wartelisten zu verkürzen und das Vertrauen in die Organspende zu stärken.

Kostendeckende Vergütung

Des Weiteren sieht das Gesetz eine kostendeckende Vergütung für die Organentnahme vor. Damit entstehen für die Krankenhäuser durch den Eingriff keine finanziellen Nachteile. Eine leistungsgerechte und transparente Vergütung in den Entnahmekrankenhäusern ist eine wichtige Voraussetzung für ein manipulationssicheres System. Der Schlüssel für eine Trendwende liegt in den Kliniken - bei den Klinikmitarbeitern, die das Thema in schwierigsten Situationen ansprechen müssen. Deshalb sollten Klinikstrukturen weiter gefördert und Organspende als wichtiges Thema im Ausbildungsplan für die Gesundheitsberufe verankert werden. 

Auf der Warteliste

Am 1. Januar 2019 standen laut der Stiftung Eurotransplant 460 Berliner und 362 Brandenburger auf der Warteliste für eine Organspende. In Berlin hoffen 397 Patienten auf eine Spenderniere, 16 auf eine Leber, 25 auf eine Bauchspeicheldrüse, 25 auf ein Herz und 16 Menschen auf eine Lunge. In Brandenburg sind 306 Schwerkranke auf eine neue Niere angewiesen. 25 Betroffene benötigen ein Spenderherz, 17 eine Leber, 14 eine Lunge und neun eine Bauchspeicheldrüse. Unter den Wartenden gibt es auch Patienten, die mehrere Organe benötigen.