München, 4. November 2021. In Bayern wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 266 Organe transplantiert. "Das sind 26 Organe, also rund neun Prozent weniger, als im ersten Halbjahr 2020", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Bredl bezieht sich auf aktuelle Daten von Eurotransplant. Demnach wurden von Januar bis Juni im Freistaat 121 Nieren, 76 Lungen, 48 Lebern, 14 Herzen und sieben Bauchspeicheldrüsen implantiert.

Trotz rückläufiger Transplantationen sinkt Zahl der Wartenden

Die Zahl der Menschen in Bayern, die auf ein Spenderorgan warten, ist ebenfalls rückläufig. Zum Stichtag 1. Juli 2021 standen 1.316 Personen auf der Warteliste von Eurotransplant, 26 davon sind jünger als 18 Jahre. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 1.358 beziehungsweise neun bei Kindern und Jugendlichen. "Bei jungen Menschen ist die Zahl der Wartenden angestiegen, bei den Erwachsenen rückläufig", so Bredl. "Das bedeutet, dass mehr ältere Menschen verstorben sind, bevor sie das rettende Organ erhalten konnten."

Über Organspende informieren und entscheiden entlastet alle

Bedingt durch die Coronapandemie waren in den ersten Monaten dieses Jahres die Intensivstationen voll. Die Mitarbeitenden in den meisten Kliniken arbeiteten fast permanent an der Kapazitätsgrenze. Bredl: "Dennoch haben es die Beschäftigten auf den Intensivstationen geschafft, die Hoffnung für die Menschen aufrecht zu erhalten, die dringend ein Organ benötigen. Das verdient höchste Anerkennung." 
 
Er appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, die Beschäftigten in den Kliniken zu unterstützen, in dem jeder für sich eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende trifft. "Wir können auf Dauer nicht erwarten, dass sich täglich das Klinikpersonal für uns aufopfert, aber viele Menschen sich mit dem Thema Organspende nicht beschäftigen wollen", so der TK-Leiter weiter. Wer für sich eine Entscheidung trifft, hilft damit auch Familienangehörigen. Diese müssten sonst in der schweren Situation, in der sie einen geliebten Menschen verloren haben, noch eine zusätzliche Entscheidungslast tragen. 

Hinweis für die Redaktion

Die Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern. Sie arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen.