München, 28. Februar 2022. Anfang dieses Jahres warteten 1.060 Bayern auf Spenderorgane. "Ein Jahr zuvor waren es mit 1.298 noch fast 240 Menschen mehr", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Er beruft sich  auf aktuelle Daten der Stiftung Eurotransplant. Mit 784 warteten rund dreiviertel der betroffenen Schwerkranken auf eine neue Niere, 123 hoffen auf ein Spenderherz und 88 auf eine Leber.

Im vergangenen wurden 553 Organtransplantationen in Bayern registriert. Das sind 19 weniger als im Jahr 2020. "Dieser zweite Rückgang der Transplantationszahlen in Folge zeigt, dass es weiterhin enorm wichtig ist, über Organspende zu informieren und aufzuklären", so Bredl.

Neun von zehn Bayern finden Organspende positiv

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der TK zeigt die Diskrepanz zwischen positiver Grundstimmung und aktivem Handeln. 94 Prozent der Menschen in Bayern, der höchste Wert in Deutschland und acht Prozent mehr als im Bund, stehen dem Thema Organspende eher positiv gegenüber. Dennoch haben nur 51 Prozent der bayerischen Befragten ihren Willen auf einem ausgefüllten Organspendeausweis (PDF, 516 kB) dokumentiert. Das sind zwar zehn Prozent mehr als im Bund, dennoch sollte möglichst jede und jeder gut informiert aktiv eine Entscheidung für sich treffen. Bredl: "Das entlastet Angehörige in einer emotionalen Ausnahmesituation. So können sie genau im Sinne ihres verstorbenen Familienmitglieds handeln."

Hinweis für die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Dezember 2021 eine bundesweit repräsentative telefonische Umfrage zum Thema Organspende durchgeführt. Die aktuellen Wartelistezahlen stammen von der Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande. Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern.