Hannover, 13. November 2018. In Niedersachsen ist die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr deutlich gesunken. 2017 haben 64 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, im Jahr 2016 waren es noch 73. Das ist ein Rückgang von mehr als zwölf Prozent. Zurzeit warten 986 Niedersachsen auf insgesamt 1.036 Organe (Stand 01.07.2018).

Transplantationsbeauftragte spielen zentrale Rolle

"Damit keine Menschen mehr auf der Warteliste sterben, braucht das System wieder mehr Vertrauen, Transparenz und vor allem Botschafter, die sich in den Kliniken dafür einsetzen", betont Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. In der Zwischenzeit sei zwar viel dafür getan worden, das Vergabeverfahren manipulationssicher und nachvollziehbar zu gestalten und die Menschen über Aufklärungskampagnen zu informieren. "Doch an den niedrigen Zahlen der Organspenden ändert sich nichts".

Die TK begrüßt und unterstützt daher die Stärkung der Transplantationsbeauftragten in Niedersachsen. "Die klar definierte Freistellungsregelung kann dabei ein guter Hebel sein. Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken spielen eine ganz zentrale Rolle. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Warteliste für eine Organspende zu verkürzen", betont Holldorf.

Mit dem Gesetz bringt die niedersächsische Regierung verbindliche Regelungen in die Abläufe der Entnahmekrankenhäuser. Es wird gesetzlich festgelegt, wann und wie lange die Transplantationsbeauftragten freigestellt werden. "Dass dieser Ansatz greift, zeigt Bayern. Dort wurden bereits 2017 auf Länderebene die Aufgaben und die Freistellung für die Beauftragten festgelegt. Entgegen dem Bundestrend stieg die Zahl der Organspender dort im letzten Jahr um 18 Prozent", so Holldorf.

Hinweis an die Redaktion

Die TK bezieht sich auf Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Stiftung Eurotransplant.