Hannover, 28. Februar 2022. Aktuell stehen in Niedersachsen laut der Stiftung Eurotransplant 834 Menschen auf der Warteliste für eine lebensrettende Organspende (Stand Januar 2022). Von den Betroffenen sind 18 Patienten noch nicht volljährig. Zwar ist die Zahl auf der Warteliste insgesamt im Vergleich zum letzten halben Jahr leicht gesunken (Stand Juni 2021: 858), bleibt aber weiterhin auf einem ähnlich hohen Niveau.

Mit Abstand die meisten Patientinnen und Patienten in Niedersachsen warten auf eine Nierentransplantation (715). 65 benötigen ein Herz, 37 eine Leber, 28 eine Bauchspeicheldrüse und 18 eine Lunge.

Nur vier von zehn Personen besitzen einen Organspendeausweis

"Es befassen sich noch immer zu wenige Menschen mit der Organspende. Deshalb bleibt leider die Dokumentation der Organspendebereitschaft in einem Spenderausweis zu oft aus", sagt Dirk Engelmann Leiter der TK-Landesvertretung Niedersachsen. "Ein Organspendeausweis ist oft das zentrale Instrument, um den Willen der Patientinnen und Patienten auszudrücken - sei es für oder gegen eine Organentnahme. Damit erleichtert man Angehörigen und Pflegekräften eine ohnehin schwierige Situation." Eine aktuelle Forsa-Befragung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass 86 Prozent der Menschen im Norden (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) einer Organspende prinzipiell eher positiv gegenüberstehen. Dennoch sind lediglich 40 Prozent der Befragten im Besitz eines ausgefüllten Organspendeausweises. Von denjenigen mit ausgefülltem Ausweis, stimmen allerdings 93 Prozent einer Spende im Todesfall zu.

Mit dem "Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende" beschloss der Bundestag vor zwei Jahren Maßnahmen zur besseren Information der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Organspende bespielweise in Bürgerämtern oder durch Ärztinnen und Ärzte. Zur leichteren Anpassung soll die Entscheidung für oder gegen eine Organspende bald in einem Online-Register erfasst werden können. Pandemiebedingt verzögern sich allerdings einige dieser Maßnahmen. Das Gesetz tritt zwar zum 1. März in Kraft, das Register wird aber nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums nicht vor Ende des Jahres 2022 die Arbeit aufnehmen.

Informationen für die Redaktionen

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Dezember 2021 bundesweit 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ telefonisch zum Thema Organspende befragt. 

Die aktuellen Wartelistezahlen (Stand 1. Januar 2022) stammen von der Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande. Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern.