Erfurt, 7. Oktober 2020. Von Januar bis Juni 2020 wurden in Thüringen 77 Organtransplantationen registriert. Das sind 14 und damit über ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum (63 Transplantationen). Vor fünf Jahren gab es im ersten Halbjahr 59 Transplantationen. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen und bezieht sich auf Statistiken der Stiftung Eurotransplant. 

"Dass die Transplantationszahlen trotz der Corona-Pandemie steigen, ist ein positives Zeichen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Die öffentliche Debatte über neue gesetzliche Regelungen zur Organspende Anfang dieses Jahres scheint dem Thema deutlich mehr der dringend nötigen Aufmerksamkeit verschafft zu haben."

Das belegen auch bundesweite Zahlen: Von Januar bis Ende April dieses Jahres sind in Deutschland 33 Prozent mehr Organspendeausweise bestellt worden als im Vorjahreszeitraum.

Egal wie, Hauptsache entscheiden

"Ob man Organe spenden möchte oder nicht, ist eine höchst persönliche Entscheidung, die jeder für dich selbst treffen sollte. Wichtig ist, dass wir alle uns mit dem Thema auseinandersetzen und unseren Willen dokumentieren", sagt Dressel.

305 Thüringer warten auf Spenderorgan

Ende Juni dieses Jahres warteten laut Eurotransplant 305 Thüringerinnen und Thüringer auf ein Spenderorgan. Davon benötigten 173 Menschen eine Niere, 92 eine Leber, 31 ein Herz, 13 eine Lunge und drei eine Bauchspeicheldrüse. Zum gleichen Zeitpunkte 2019 standen 309 Thüringer auf der Wartelist. Ende Juni 2015 waren es 344 Menschen.

Hinweis für die Redaktion

Die Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern. Sie arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Die verwendeten Zahlen für 2020 wurden mit Stand Juli bei Eurotransplant abgerufen. Bei der TK gibt es weitere Informationen zu  Organ- und Gewebespenden  sowie einen Organspendeausweis .