Frankfurt am Main, 13. Januar 2020. Vier von fünf Menschen in Hessen (77 Prozent) stehen dem Thema Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Aber nur zwei von fünf Befragten (43 Prozent) besitzen einen ausgefüllten Organspende-Ausweis. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). 60 Menschen in Hessen haben im Jahr 2019 Organe gespendet (Vorjahr: 62). Dennoch warten im Land immer noch 580 Menschen auf ein Organ, darunter 14 Patienten unter 18 Jahren.

Intensiver mit dem Thema Organspende beschäftigen

Der Bundestag wird in den nächsten Tagen über zwei Gesetzentwürfe zur Zukunft der Organspende abstimmen, die beide das Ziel verfolgen, die Zahl der Organspenden in Deutschland langfristig zu erhöhen. "Eine Entscheidung zur Organspende ist die sehr persönliche, ethische Entscheidung jedes Einzelnen. Ich wünsche mir, dass sich die Menschen aufgrund der aktuellen gesamtgesellschaftlichen Diskussion mit dem Thema Organspende intensiver beschäftigen und für sich eine informierte Entscheidung treffen, ob sie spenden möchten oder nicht. Diese Entscheidung sollte dann auch dokumentiert werden“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen. Denn die Forsa-Befragung zeigt zudem: Zwei von drei Befragten (65 Prozent) in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die keinen solchen Ausweis besitzen, wären bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. "Die potenzielle Bereitschaft der Menschen, Organe zu spenden, ist also generell da“, so Voß. 

Jeder soll Spender sein

Der Gesetzentwurf zur doppelten Widerspruchslösung sieht vor, dass jeder Bundesbürger automatisch nach seinem Tod Spender ist, sofern er oder seine Angehörigen nicht aktiv widersprechen. Ein zweiter Vorschlag will eine höhere Bereitschaft zur Organspende erreichen, indem Bürgerämter vor Ort wiederkehrend und verbindlich - beispielsweise bei Beantragung eines neuen Ausweises - nach der Haltung zur Organ- und Gewebespende fragen. Die individuelle Entscheidung kann jederzeit geändert werden. Beide Gesetzentwürfe wollen ein zentrales Register schaffen, in dem die jeweilige Entscheidung der Versicherten dokumentiert wird. "Ein solches Register ist ein richtiger Schritt, denn nicht jeder hat seinen Organspendeausweis immer dabei. Noch sinnvoller ist es, wenn die Entscheidung für oder gegen die Organspende langfristig in der elektronischen Patientenakte hinterlegt werden kann. So kann jeder einzelne seine Entscheidung künftig ohne bürokratischen Aufwand dokumentieren und jederzeit anpassen“, so Voß.

Ein Spender rettet drei Leben

Jeder Mensch, der sich für eine Organspende entschieden hat, kann nach seinem Tod bis zu sieben Organe spenden. Im statistischen Durchschnitt rettet jeder Spender drei Menschenleben. Ein Organspendeausweis bietet die Möglichkeit, die Bereitschaft zur Organspende zu dokumentieren, der Entnahme von Organen zu widersprechen oder die Entscheidung auf jemand anderen übertragen. Liegt kein Organspendeausweis oder eine andere schriftliche Erklärung vor, müssen im Falle eines Hirntods die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden. Dies ist sowohl für die Familie als auch die behandelnden Ärzte eine schwierige Situation, wenn zuvor über das Thema nicht gesprochen wurde. 

Da sich laut der Forsa-Befragung jeder Dritte beim Thema Organspende weniger gut oder gar nicht informiert fühlt, ist es der TK unverändert wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen und aufzuklären. In ihrer aktuellsten Ausgabe ihres Mitgliedermagazins informiert die Kasse in einem großen Sonderteil über die Organ- und Gewebespende. 

Hinweis an die Redaktion

Zum Thema Organspende hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Dezember 2019 im Auftrag der TK bevölkerungsrepräsentativ über 1.000 Erwachsene in Deutschland befragt. Zudem bezieht sich die TK in ihrer Meldung auf Daten für das Bundesland Hessen der Stiftung Eurotransplant sowie der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). 

Laut Eurotransplantant benötigen in Hessen 580 Patienten insgesamt 37 Herzen, 478 Nieren, 55 Lebern, 13 Lungen und 18 Bauchspeicheldrüsen benötigt (Stand Juli 2019). Nach Angaben der DSO fanden in Hessen im Jahr 2019 insgesamt 141 Transplantationen statt (Vorjahr: 140).

Weitere Informationen zum Thema Organ- und Gewebespende gibt es online auf www.tk.de unter der Suchnummer 2022452. Ein Organspendeausweis steht unter der Suchnummer 2013420 zur Verfügung.