Saarbrücken, 5. April 2022. Im Saarland warten laut Eurotransplant 104 Menschen auf eine lebensrettende Organspende, drei davon sind jünger als 18 Jahre. Das sind insgesamt drei Wartende mehr als Ende 2020. Besonders Nieren (72), Lungen (12) und Leber (11) werden benötigt.

Anscheinend beschäftigen sich noch zu wenige Menschen mit dem wichtigen Thema, wie eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Demnach stehen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen zwar 84 Prozent der Befragten dem Thema Organspende eher positiv gegenüber (bundesweit 86 Prozent). Doch nur 45 Prozent haben auch tatsächlich selbst einen Organspendeausweis. Damit liegt die Befragungsgruppe im Südwesten trotzdem über dem Bundesdurchschnitt von 41 Prozent.

Zahl der Transplantationen rückläufig

Auch die Zahl der Transplantationen ist im vergangenen Jahr im Saarland deutlich zurückgegangen. 2021 wurden an der Saar 58 Organe transplantiert, darunter 30 Nieren, 19 Leber und 9 Lungen. Im Jahr zuvor waren es noch 80 Transplantationen gewesen.

"Das ist für das Saarland natürlich keine gute Entwicklung. Daher ist es wichtig, dass das Thema Organspende immer wieder öffentlichkeitswirksam platziert wird. Dafür setzen wir uns ein", sagt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Er ergänzt: "Jede und jeder sollte für sich eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Organspende treffen und diese auch dokumentieren."

Verzögerungen bei neuem Organspendegesetz

Um das zu vereinfachen, hat der Bundestag vor zwei Jahren das "Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende" beschlossen. Durch verschiedene Maßnahmen sollen sich Bürgerinnen und Bürger noch besser über das Thema informieren können, zum Beispiel in Bürgerämtern oder durch Ärztinnen und Ärzte. Künftig soll es auch möglich sein, seine Entscheidung für oder gegen eine Organspende in einem Online-Register zu dokumentieren. So kann die Entscheidung jederzeit individuell angepasst oder geändert werden. Einige dieser Maßnahmen verzögern sich jetzt aufgrund der Corona-Pandemie. Das Register wird laut Bundesgesundheitsministerium nicht vor Ende des Jahres 2022 an den Start gehen. Das Gesetz ist zum 1. März in Kraft getreten.

Hinweis für die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Dezember 2021 bundesweit 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ telefonisch zum Thema Organspende befragt.

Die aktuellen Wartelistezahlen (Stand 1. Januar 2022) stammen von der Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande. Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern.

Weitere Infos zur Organspende gibt es auf tk.de, Suchnummer 2022452, im TK-Podcast "Ist das noch gesund?" oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).