Bremen, 8. November 2019. In Bremen ist die Zahl der Organspender im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder gesunken: Nur 10 Menschen haben bis Ende Juni nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. 2018 waren es im selben Zeitraum bereits 14 Spender. Ein Großteil der Patienten in Bremen wartet auf eine Transplantation der Niere (63 Personen). Auf ein neues Herz hoffen 5 und auf eine neue Leber 2 Personen. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) Landesvertretung Bremen und bezieht sich auf Zahlen von Eurotransplant.

Keine ausreichende Beschäftigung mit dem Thema

"84 Prozent der Deutschen stehen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber, trotzdem besitzen nur etwa 36 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis", weiß Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen und bezieht sich dabei auf eine im Mai 2019 veröffentlichte Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Nach dem wichtigsten Grund gefragt, warum noch keine Entscheidung getroffen wurde, gaben 43 Prozent der Befragten an, sie haben sich mit dem Thema noch nicht ausreichend beschäftigt. Deshalb ist es uns wichtig, über Organspende aufzuklären." Rund 50.000 Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) in Bremen erhalten in den nächsten Wochen ihr Mitgliedermagazin - dieses Mal mit einem großen Sonderteil zur Organ- und Lebendspende. Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, informieren die Krankenkassen ihre Versicherten alle zwei Jahre über das Thema.

Dokumentierte Entscheidung ist wichtig

"Die Zahlen zeigen, wie wichtig das Thema Organspende ist. In der Politik werden aktuell Gesetzesentwürfe diskutiert, damit sich mehr Spender finden. Einige setzen auf die doppelte Widerspruchslösung. Andere werben für eine verbindliche wiederkehrende Abfrage. Schlussendlich ist die Entscheidung zur Organspende sehr persönlich. Wichtig ist, dass sich jeder Mensch aktiv mit dem Thema Organspende auseinandersetzt, eine Entscheidung trifft und diese auch dokumentiert. Langfristig macht es Sinn, die Entscheidung 'Ja oder Nein' in der elektronischen Patientenakte zu hinterlegen. So hat jeder Hoheit über seine Daten und kann die Entscheidung jederzeit individuell anpassen, ohne großen bürokratischen Aufwand", so Klein.