Mainz, 24. April 2019. Der Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn zur Einrichtung eines verpflichtenden bundesweiten Implantatregisters hat vor wenigen Tagen das Bundeskabinett passiert. Damit stehen die Chancen gut, dass die Datenbank noch in dieser Legislaturperiode kommt. Für Jörn Simon, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz, ist dies eine längst überfällige Maßnahme. "Wir fordern die Einführung eines verpflichtenden Implantatregisters schon seit längerem, weil wir sehen, dass die Beteiligung auf freiwilliger Basis zu wünschen übrig lässt", erklärt Simon. "Es ist deshalb zu begrüßen, dass künftig Implantate - sei es für Hüfte, Knie, Brust etc. - bundesweit systematisch erfasst werden. Hiermit wird ein Zeichen für mehr Patientensicherheit und eine bessere Qualität in der Versorgung gesetzt."

Nur die Hälfte der Kliniken ist freiwillig dabei

In über 50 Kliniken im Land können sich Menschen in Rheinland-Pfalz künstliche Knie- oder Hüftgelenke implantieren lassen. "Noch nicht einmal die Hälfte davon, nämlich nur 22 Kliniken, nimmt an dem freiwilligen Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) teil", bemängelt der TK-Landeschef.

Qualitätsmängel, Verschleiß, Fehler bei der Erstoperation

Über 11.000 Menschen haben sich 2017 in einem rheinland-pfälzischen Krankenhaus eine künstliche Hüfte einsetzen lassen, künstliche Kniegelenke waren es fast 9.000. "Leider kommt es immer wieder zu Komplikationen, sodass ein zweiter oder sogar dritter Eingriff notwendig wird", erklärt Jörn Simon. Rund 1.600 Mal musste 2017 ein Hüftgelenk entweder komplett oder teilweise getauscht werden, bei den Kniegelenken waren es 1.160 zusätzliche Eingriffe. Gründe dafür können Mängel bei der Erstoperation, Qualitätsmängel des Implantats oder Verschleiß  sein.

Mehr Patientensicherheit und bessere Behandlungsqualität

"Das verpflichtende Endoprothesenregister ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Patientensicherheit. Fehler beim Einbau oder Serienfehler bei Endoprothesen können so schneller identifiziert werden", ist Simon überzeugt. "Und auch die Kliniken können damit besser nachvollziehen, wie erfolgreich die entsprechenden Operationen verlaufen sind. Dies kann zu mehr Behandlungsqualität beitragen."