Stuttgart, 28. Oktober 2021. Trotz der Corona-Pandemie konnte die medizinische Schlaganfall-Versorgung in Baden-Württemberg im Jahr 2020 nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) im Vergleich zu den Vorjahren ohne Qualitätseinbußen aufrecht erhalten oder sogar weiter verbessert werden. "Rund 40 Prozent der über 37.000 Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall wurden im vergangenen Jahr in einer der zwölf überregionalen Stroke Units in Baden-Württemberg behandelt. Diese Zentren haben sich in der Pandemie bewährt", sagt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, anlässlich des Welt-Schlaganfalltags am 29. Oktober.

Stroke Units gewinnen an Bedeutung

In den vergangenen Jahren gewannen die überregionalen Stroke Units zunehmend an Bedeutung. Noch im Jahr 2015 wurden nur rund 32 Prozent der Patientinnen und Patienten in Schlaganfallzentren behandelt, über zehn Prozent sogar in Kliniken ganz ohne Schlaganfall-Expertise. Dieser Anteil ist mittlerweile auf rund drei Prozent gesunken. Die TK bezieht sich dabei auf eine Auswertung der Einrichtung QiGBW (Qualitätssicherung im Gesundheitswesen Baden-Württemberg).     

Von zentraler Bedeutung bei der Schlaganfall-Therapie ist die Zeit zwischen Schlaganfall und Diagnose. Trotz der zunehmenden Behandlung in wohnortferneren Zentren konnte diese Zeit weiter verkürzt werden. Im vergangenen Jahr wurde bei über 8.600 Patientinnen und Patienten innerhalb von drei Stunden eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie durchgeführt. Das ist ein ähnlicher Wert wie im Jahr 2019 (8.450), aber ein deutlicher Anstieg zu 2015 um über zehn Prozent.

Teleneurologische Konsile

Wenn die Zentren vom Wohnort zu weit entfernt liegen bieten sich teleneurologische Konsile an, um schnell eine fundierte ärztliche Einschätzung einholen zu können. "Über 3.000 Patientinnen und Patienten haben davon im vergangenen Jahr profitiert", so Nadia Mussa. "Gerade in einem Flächenland wie Baden-Württemberg hat die Telemedizin bei der Schlaganfall-Versorgung damit aber ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft". Insbesondere bei der telemedizinischen Vernetzung des Rettungsdienstes mit den Kliniken sieht die Leiterin der TK-Landesvertretung noch viel Luft nach oben. 

Hinweis für die Redaktion:

Die Schlaganfallkonzeption des Landes Baden-Württemberg vom Februar 2017 beruht auf einem dreistufigen System mit zwölf überregionalen Schlaganfallzentren (Stroke Units), 21 regionalen Schlaganfallschwerpunkten sowie 17 lokalen Schlaganfallstationen zur Sicherstellung der wohnortnahen Akutversorgung.