Kiel, 12. März 2021. Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für eine Krankschreibung in Schleswig-Holstein. Das zeigen die aktuellen Vorab-Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach entfielen, mit durchschnittlich 3,1 Fehltagen pro Erwerbsperson letztes Jahr, knapp 20 Prozent der krankheitsbedingten Fehltage auf Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems. Bewegungsmangel aber auch die einseitige Belastung am Arbeitsplatz sind nur zwei der möglichen Ursachen. Doch es muss nicht immer gleich operiert werden. Zum Tag der Rückengesundheit am 15. März macht die TK auf Alternativen zum Skalpell aufmerksam.

Mikrotherapie als schonende Alternative zur OP  

Wenn konservative Maßnahmen wie Physio- und Schmerztherapie nicht ausreichen um die Rückenbeschwerden zu lindern, bietet die TK mit dem Mare-Klinikum Kiel ein schonendes Konzept zur Behandlung von Erkrankungen an der Wirbelsäule an. Durch einen ambulanten mikrotherapeutischen Eingriff wird unter präziser Steuerung ein schmerzlinderndes Medikament direkt an die entsprechende Nervenwurzel gegeben oder Schmerz leitende Nerven verödet. Die Patienten:innen können durch diese schonendere Methode noch am selben Tag nach Hause entlassen werden. Falls eine Operation doch unumgänglich ist - zum Beispiel, wenn Verknöcherungen oder Schwächen und Schmerzen auslösende Bandscheibenvorfälle entfernt werden müssen - ist ein minimal-invasiver Eingriff die Lösung. Danach werden die Patienten:innen in der Regel für maximal drei Tage in der Klinik betreut.

Positive Rückmeldung der Patienten:innen

Dr. Philip Lübke, Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie sowie zertifizierter Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie am Mare Klinikum in Kronshagen, zieht eine positive Bilanz: "Allein im Jahr 2020 wurden mehr als 200 Patienten:innen mit länger andauernden Rückenbeschwerden oder akut aufgetretenen Wirbelsäulenbeschwerden im Rahmen dieses Versorgungsangebots behandelt. In den meisten Fällen war durch eine umfassende Befunderhebung und Diagnostik eine gezielte Therapie schnell planbar und umsetzbar. Eine Rückkehr in den schmerzarmen bis schmerzfreien Alltag und das Berufsleben oder den Sport war so möglich", sagt er. Nur in den wenigsten Fällen war eine operative Therapie notwendig, die dann interdisziplinär im Mare Klinikum umgesetzt werden konnte.

Zweitmeinung vermeidet unnötige Operationen

Mit dem Angebot der Zweitmeinung bietet die TK darüber hinaus in Kooperation mit der Schmerzklinik Kiel Betroffenen die Möglichkeit, sich eine fundierte zweite Meinung zur Diagnose einzuholen. "Es geht nicht darum, Operationen am Rücken grundsätzlich zu verteufeln, sondern Patienten:innen alle Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Chancen und Risiken besser abschätzen und schließlich eine informierte Entscheidung treffen zu können", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Tatsächlich sei in vielen Fällen eine konservative Therapie - wie Physio- oder Schmerztherapie - zur Behandlung bei Rückenbeschwerden ausreichend. "In neun von zehn Fällen raten die Schmerzexperten:innen von einer Operation ab." Mittlerweile haben Patienten:innen auch die Möglichkeit, sich digital an ein interdisziplinäres Spezialistenteam zu wenden und eine zweite Meinung einzuholen. "Das ist natürlich besonders in Zeiten der Pandemie eine sehr gute Möglichkeit", so Schmidt-Bodenstein weiter.

Achtsamkeit und Training auch in Zeiten vom Homeoffice

Viele verbringen den Großteil der Arbeitszeit sitzend - gerade in diesen Zeiten von Homeoffice und mobilem Arbeiten unter erschwerten Bedingungen. Daher steht der Tag der Rückengesundheit in diesem Jahr unter dem Motto "Rückenfit auch im Homeoffice". Wichtig ist hierbei für einen ergonomischen Arbeitsplatz zu sorgen, um eine gesunde Haltung von Nacken und Wirbelsäule sicherzustellen. Auch kleine Spaziergänge - idealerweise an der frischen Luft - bringen Körper und Geist in Bewegung. Hilfreiche Tipps und Empfehlungen zum Thema ergonomischer Arbeitsplatz bietet die TK-Checkliste Fit am PC - Schluss mit Rückenschmerzen.