Internationalen Studien zufolge kommt es bei fünf bis zehn Prozent aller Krankenhausbehandlungen zu einem unerwünschten Ereignis, wie z.B. einer allergischen Reaktion auf ein Medikament, einer Entzündung einer OP-Narbe oder gar zu einem Behandlungsfehler. Etwa die Hälfte dieser Ereignisse gilt als vermeidbar. An dieser Stelle setzt die Broschüre "Sicher im Krankenhaus - ein Ratgeber für Patienten" an. Der Leitfaden informiert ausführlich darüber, was die Krankenhäuser für die Sicherheit ihrer Patienten tun, aber auch was die Patienten selbst zu ihrer eigenen Sicherheit in der Klinik beitragen können. Sie enthält unter anderem Tipps, wie Verwechslungen und Medikationsfehler rechtzeitig erkannt und somit verhindert werden können.

Bei der Broschüre handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI), der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen und des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) - in Kooperation mit dem Institut für Patientensicherheit Bonn (IfPS) und drei hessischen Krankenhäusern. In der Pilotphase des Projektes setzten die Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, das Ketteler Krankenhaus Offenbach sowie das Klinikum Fulda die Broschüre bei ihren Patienten ein. Die Patienten bekamen den Leitfaden bei der Aufnahme ins Krankenhaus ausgehändigt.

Broschüre steht nun zum Download bereit

Sowohl die Klinikmitarbeiter als auch die Patienten wurden während der Testphase über ihre Erfahrungen befragt. Aufgrund der Rückmeldungen wurde die Broschüre überarbeitet und für die Patienten noch nutzerfreundlicher gestaltet. Sie ist nun auch für andere Kliniken voll einsetzbar. Das Handbuch steht nun sowohl hier als auch auf der Website des APS als PDF kostenlos zum Download bereit. Kliniken erhalten auf Anfrage beim APS die Druckdaten der Broschüre, um sie selbst zu drucken und ihren Patienten bereitzustellen.

Interessierte Kliniken wurden geschult

Die wissenschaftliche Evaluation des Projektes hat 2016 gezeigt, dass es nicht ausreicht, die Broschüre innerhalb der Kliniken nur auszulegen. Auch ein kommentarloses Aushändigen des Handbuchs an die Patienten gilt als wenig zielführend. Aus diesem Grund wurden alle interessierten Kliniken in Hessen im Oktober 2018 im Umgang mit der Broschüre vom APS geschult. In drei Workshops haben Klinik-Vertreter gelernt, wie wertvoll sicherheitsrelevante Hinweise von Patienten sein können und wie sie die Patienten dazu ermutigen können, eine aktive Rolle in ihrer Behandlung einzunehmen. Die Kliniken wurden darüber hinaus mit einem Implementierungshandbuch und weiteren Schulungsunterlagen ausgestattet. Mit diesen Materialien soll die Umsetzung des Projektes in den einzelnen Krankenhäusern erleichtert werden.