Patienten mit schweren entzündlichen Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankungen können sich in der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim einer Spezialdiagnostik unterziehen und eine Therapie erhalten, die die schwerwiegenden Folgen dieser Erkrankung verhindern kann. Meist können die ärztlichen Spezialisten die normale Lebensqualität der Patienten wiederherstellen.

Entzündliche Gelenkerkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Sie können nur wenige Gelenke betreffen, aber auch in kurzer Zeit sehr viele Gelenke. Hierzu zählen vor allem die rheumatoide Arthritis (früher auch chronische Polyarthritis genannt), die Schuppenflechten-Gelenkentzündung (Psoriasisarthritis) und die entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylarthropathien wie beispielsweise Morbus Bechterew).

Unbehandelt können diese Erkrankungen neben den quälenden Schmerzen in kurzer Zeit zur Zerstörung der Gelenke und zur Invalidität führen. Durch die Entzündungsreaktion der rheumatischen Erkrankung, die meist den ganzen Körper betrifft, können auch innere Organe wie Herz und Lunge dauerhaft geschädigt werden.

Frühzeitiges Eingreifen

Bei frühzeitigem Eingreifen mit den richtigen Medikamenten kann dies heutzutage in den meisten Fällen zuverlässig verhindert werden. "Gerade durch die wenigen in Hessen verfügbaren internistischen Rheumatologen gilt für die betroffenen Patienten umso mehr der Spruch: 'Zeit ist Gelenk'. Gut und früh behandelte und informierte Patienten brauchen heutzutage nicht mehr zu fürchten, automatisch rollstuhlpflichtig zu werden. Meist kann bei zügiger Behandlung die normale Lebensqualität wieder hergestellt werden", sagt Professor Dr. Ulf Müller-Ladner, Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik. Um dieses Ziel zu erreichen, muss bei den betroffenen Patienten eine schnelle Diagnostik mittels körperlicher Untersuchung, Bildgebung und Rheumalabor durch einen internistischen Rheumatologen erfolgen - auch da die typischen „Rheumafaktoren“ oder Entzündungszeichen trotz aktiver Gelenkentzündung im Hausarztlabor unauffällig sein können.

Patienten, bei denen die entzündliche Gelenkerkrankung schwerwiegend verläuft und deren Therapie dringend ansteht oder bereits aufgegeben wurde, haben in der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim dennoch die Chance, eine rasche und adäquate Behandlung einschließlich patientenangepasster Biologika-Gabe zu erhalten. Die notwendigen Leistungen werden durch die rheumatologischen Fachärzte in Ambulanz und auf Station mit modernstem Labor und Bildgebungstechniken erbracht, so dass meist schon beim ersten Besuch eine entscheidende Besserung der Beschwerden eingeleitet werden kann. In der Abteilung steht unter anderem die Dual-Energy-Computertomographie in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung der Klinik zur Verfügung. Mit diesem Gerät werden im Gegensatz zur konventionellen Computertomographie (CT) zwei Aufnahmen des Gelenks mit zwei unterschiedlichen Energien der Röntgenstrahlung angefertigt, die analysiert und verglichen werden können. Hinzu kommen ein hochauflösendes Ultraschallgerät sowie drei Tesla Kernspintomographen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sind die inneren Organe betroffen, können Patienten die Herz-, Lungen- und Gefäßabteilungen der Kerckhoff-Klinik nutzen. So kann das übergreifende Ziel, die Bewegungs- und Arbeitsfähigkeit zu fördern sowie sekundär entzündete lebenswichtige Organe zu schützen, so schnell wie möglich erreicht werden. Bei stationären Aufenthalten wird in der Regel eine ergänzende Behandlung in der internistisch-rheumatologischen Abteilung für physikalische Therapie durchgeführt. Dort stehen notwendige multimodale Therapieverfahren einschließlich einer Kältekammer zur Verfügung. "Erst die exakte Anpassung der verschiedenen physikalisch-therapeutischen Verfahren garantiert eine optimale Versorgung der Patienten mit entzündlichem Gelenkrheuma und bildet auch die Grundlage für die entsprechende ambulante Versorgung", sagt Professor Dr. Uwe Lange, Direktor der Abteilung Physikalische Medizin und Osteologie.

Rheumatologie und klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik

Die Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik verfügt über eine mehr als 50-jährige Erfahrung in der Diagnostik und Therapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Aufgrund der Kombination mit dem Lehrstuhl für Rheumatologie der Justus-Liebig Universität Gießen wirkt sie auch aktiv bei der basiswissenschaftlichen Erforschung neuer Therapieverfahren und der nachfolgenden Medikamentenentwicklung in allen Phasen der Zulassung mit. Die Klinik beteiligt sich zudem sowohl an nationalen als auch internationalen Expertenkommissionen sowie an der Entwicklung von Leitlinien zu rheumatischen Erkrankungen. Dadurch stehen den Patienten die Expertise der Professoren und Fachrheumatologen jederzeit auf dem aktuellsten Kenntnisstand zur Verfügung.