Hamburg, 12. Oktober 2020. Die Zahl der Menschen in Deutschland, die auf ein Spenderorgan warten, ist in den letzten zwei Jahren leicht zurückgegangen. 2018 standen noch 9.720 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan (Stichtag 1. Juli). 2019 waren es für den vergleichbaren Zeitraum noch 9.073 Menschen. Und 2020 ging die Zahl zum Stichtag 1. Juli nochmal weiter zurück auf 9.029. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf Zahlen von Eurotransplant, der europäischen Vermittlungsstelle für Spenderorgane. 

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: "Die Politik hat in den letzten Jahren einiges getan, um das Thema Organspende voranzutreiben. Zum einen wurden die sogenannten Entnahmekrankenhäuser finanziell und personell gestärkt", so Baas. "Zum anderen brachte zu Beginn des Jahres auch die Diskussion um das neue Transplantationsgesetz dem Thema Organspende wieder die nötige Aufmerksamkeit in der Gesellschaft." 

Nur 40 Prozent besitzen einen Organspendeausweis

Denn die generelle Bereitschaft der Menschen in Deutschland zur Organspende ist da. So stehen laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK 84 Prozent der Menschen in Deutschland der Organspende eher positiv gegenüber. Allerdings besitzen nur 40 Prozent einen Organspendeausweis. "Auch während der Corona-Pandemie ist es weiterhin möglich, Organe zu transplantieren", so Jens Baas. "Daher ist es auch wichtig, sich trotz Corona weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen, eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Spende zu treffen und diese dann auch zu dokumentieren", so der TK-Chef. 

Hinweis für die Redaktion

Die Wartelistenzahlen stammen von Eurotransplant, der europäischen Vermittlungsstelle für Organspenden. Für die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK wurden im Dezember 2019 bundesweit 1.002 Menschen ab 18 zum Thema Organspende befragt. Weitere Infos zu den Voraussetzungen von Organtransplantationen während der Corona-Pandemie gibt es bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).