Stuttgart, 15. Oktober 2020. Im Juli 2020 waren insgesamt 1.021 Menschen aus Baden-Württemberg auf der Warteliste für eine Organtransplantation registriert, und damit 35 schwerkranke Patienten weniger als im Vorjahr. Die meisten von ihnen (773) warten auf eine neue Niere. Das berichtet die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) und bezieht sich auf Zahlen der Stiftung Eurotransplant. Auch bundesweit zeigt sich ein leichter Rückgang: Nach 9.073 Betroffenen zum Stichtag 1. Juli 2019 standen 2020 noch 9.029 Menschen auf der Warteliste.

Auch die Zahl der Organtransplantationen ging zurück

Laut Eurotransplant wurden im ersten Halbjahr 2020 in Baden-Württemberg 239 Organtransplantationen realisiert, darunter 31 Lebendspenden. Auch hier hat sich die Zahl gegenüber 255 im Vorjahreszeitraum etwas verringert. "Trotz der Corona-Pandemie sind die Kliniken in der Lage, Organe zu transplantieren", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung. Die Politik habe die sogenannten Entnahmekrankenhäuser in den letzten Jahren finanziell und personell verstärkt. 

Entscheidung dokumentieren ist wichtig

Laut einer Forsa-Umfrage der TK stehen 84 Prozent der Befragten einer Organspende eher positiv gegenüber, aber nur 40 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. "Ob man Organe spenden möchte oder nicht, ist eine höchst persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen sollte. Wichtig ist, dass wir alle uns mit dem Thema auseinandersetzen und unseren Willen nachvollziehbar dokumentieren", betont Vogt. Das entlaste im Ernstfall auch die Angehörigen.

Hinweis für die Redaktion

Die Stiftung Eurotransplant www.eurotransplant.org/ mit Sitz in Leiden/Niederlande ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern. Sie arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Die verwendeten Zahlen für 2020 wurden mit Stand 1. Juli bei Eurotransplant abgerufen.