München, 28. September 2020. Im Jahr 2018 starben in Bayern 6.487 Menschen an einem Herzinfarkt. Das waren rund 2.000 weniger als vor zehn Jahren. "Mit 47 Herzinfarkttoten je 100.000 Einwohner liegt der Freistaat knapp unter dem Bundesschnitt von 50", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Die Quote sank damit im Freistaat innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Drittel. Die niedrigste altersstandardisierte Quote unter den Bundesländern wies Schleswig-Holstein mit 29, die höchste Brandenburg mit 73 Herzinfarkttoten je 100.000 Bürger aus. 

Zahl der Kardiologen in Bayern innerhalb von fünf Jahren verdoppelt 

Es ist entscheidend, dass Betroffene oder Personen, die sich in der Nähe befinden, unverzüglich den Notarzt über den Rettungsdienst unter 112 rufen. "Je weniger Zeit bis zur Einlieferung ins Krankenhaus vergeht, desto besser sind die Überlebenschancen", so Bredl. Im Jahr 2018 wurden über 30.000 Herzinfarktpatienten in einer bayerischen Klinik stationär behandelt. Dabei starben weniger als 2.500. TK-Chef Bredl: "Fast zwei Drittel der Menschen, die in Bayern einem Herzinfarkt erlegen, sterben außerhalb der Klinik."

Der starke Rückgang der Todesfälle hängt auch mit der verbesserten Versorgung im Freistaat zusammen. Laut Bredl steigerten die bayerischen Krankenkassen hier massiv die Ausgaben in den vergangenen Jahren. In Bayern kommen derzeit rund 23.600 Einwohner auf einen berufstätigen Kardiologen. Vor fünf Jahren mussten sich noch doppelt so viele Einwohner einen Herzspezialisten teilen.

Jeder kann mit digitalen Helfern persönliche Risikofaktoren minimieren

Um einen Herzinfarkt zu vermeiden, kann jeder seine Risikofaktoren reduzieren. Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht und erhöhter Taillenumfang belasten das Herz enorm. Diese Risikofaktoren kommen häufiger bei Männern vor. Obwohl die Herzinfarktsterbequote bei den bayerischen Herren in vergangenen Jahren rückläufig war, ist sie immer noch rund ein Drittel höher als bei den Frauen.

Die regelmäßige Selbstkontrolle bei Diabetes kann die Zahl der Herzinfarkte weiter senken. "Digitale Anwendungen wie der GesundheitsCoach , um die Fitness zu verbessern sowie den Speiseplan zu optimieren oder Meditations- Apps zum Stressabbau, beugen ebenfalls vor", sagt Bredl. "Hier kann jeder sofort aktiv werden."

Hinweis für die Redaktion

Die TK bezieht sich auf Zahlen der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes (GBE). Es wurden altersstandardisierte Daten verwendet, um die Altersunterschiede der Menschen in den jeweiligen Bundesländern zu berücksichtigen.