In Sachsen-Anhalt gibt es 48 Krankenhäuser mit rund 16.000 aufgestellten Betten. Immerhin 32 Kliniken beteiligen sich bereits an der bundesweiten Kampagne "Aktion Saubere Hände" deren Ziel es ist, die Händedesinfektion in Einrichtungen des Gesundheitswesens beispielsweise durch Schulungen für das Klinikpersonal zu verbessern. Damit nimmt Sachsen-Anhalt mit einer Beteiligungsquote von 67 Prozent im Ländervergleich nach Bremen den zweiten Rang ein.

Damit die Kliniken in Sachsen-Anhalt auch künftig eine stationäre medizinische Versorgung auf höchstem Niveau sicherstellen können, fordert die Techniker Krankenkasse (TK), dass das Land umgehend seiner Pflicht nachkommt, in ausreichendem Maß finanzielle Mittel für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung zu stellen. Zahlreiche Kliniken beklagen bereits massive Probleme bei der Finanzierung der Wiederbeschaffung von Anlagegütern da das Land sich hier zunehmend zurückgezogen hat.

Klinik-Quali­tät: Bereit zu längerem Anfahrtsweg

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Aus Sicht der TK ist es nicht nachvollziehbar, dass die Länder einerseits auf ihren Anspruch pochen, die Krankenhauskapazitäten autonom zu planen, es aber andererseits an monetärer Unterstützung zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Kliniksubstanz fehlen lassen. Im Koalitionsvertrag hat die Landesregierung Sachsen-Anhalt eine Aufstockung der Landesmittel zum Abbau des Investitionsbedarfs im Bundesland bis zum Jahr 2019 festgeschrieben.

Laut aktuellem Krankenhaus Rating Report haben die Krankenhäuser bundesweit einen Investitionsbedarf in Höhe von 6,6 Milliarden Euro. Dem steht eine Fördersumme der Länder von lediglich 2,7 Milliarden Euro gegenüber, was einer Lücke des Investitionsbedarfes von 59 Prozent entspricht. Für die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen geht der Report sogar von Förderlücken von etwa 70 Prozent aus.  

Hintergrund  

Der Krankenhaus Rating Report ist eine gemeinsam vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), dem Institute for Health Care Business GmbH und der Philips GmbH durchgeführte Studie. Sie untersucht die finanzielle Situation von über 870 Krankenhäusern und gibt einen Überblick über den gesamten deutschen Krankenhausmarkt. 

Die Krankenhausausgaben bilden sowohl bundesweit als auch in Sachsen-Anhalt den größten Ausgabenposten der Krankenkassen. So entfielen beispielsweise bei der TK im Jahr 2018 von rund 2.946 Euro Leistungsausgaben pro Kopf knapp 904 auf den stationären Bereich.

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