Acht von zehn OPs unnötig

Die Auswertungen eines speziellen Zweitmeinungsangebots der Techniker Krankenkasse (TK) liefern seit Jahren ein konstantes Ergebnis: Ein Großteil der Rückenoperationen ist überflüssig! In den Jahren 2013 bis 2019 haben sich mehr als 6.000 Betroffene für eine Zweitbegutachtung in einem der bundesweit 30 Schmerzzentren vorgestellt. Bei acht von zehn Patienten wurde die Empfehlung ausgesprochen, sich konservativ behandeln zu lassen.

Zweitmeinung auch online möglich

Die kostenlosen Zweitmeinungsangebote der TK können vor Hüft-, Schulter-, Knie- und Rücken-Operationen in Anspruch genommen werden. TK-Versicherte in Baden-Württemberg können wählen, ob sie sich die Zweitmeinung online einholen wollen oder ob sie sich in einem der drei Schmerzzentren in Freiburg, Göppingen oder Fellbach persönlich vorstellen möchten.

Gesetzlicher Anspruch auf Zweitmeinung

Neben dem in der TK-Satzung verankerten Zweitmeinungsangebot, haben Versicherte generell einen gesetzlichen Anspruch auf eine Zweitmeinung bei: 

  • geplanten Gebärmutterentfernungen,
  • Mandeloperationen,
  • Schulterarthroskopien und
  • Kniegelenkersatz.

Jedes Jahr wird bei rund 14.000 Patientinnen in Baden-Württemberg die Gebärmutter entfernt. Die Hysterektomie - so die medizinische Fachbezeichnung - ist die fünfthäufigste Operation bei Frauen überhaupt.

Die Ärztinnen und Ärzte, die eine entsprechende Diagnose bzw. Indikation stellen, sind verpflichtet, Ihre Patientin oder Patienten auf das Recht einer unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung hinzuweisen.

Aufgabe der Zweitmeiner

Zweitmeiner sollen die Patientinnen und Patienten über den empfohlenen Eingriff und über mögliche Therapie- und Handlungsalternativen informieren. Dabei stützt sich der Zweitmeiner auf Vorbefunde und Informationen, die ihm bereit gestellt werden. Reichen diese nicht aus, können ergänzende Untersuchungen vorgenommen werden. Am Ende soll die Patientin oder der Patient in der Lage sein, gut informiert eine Entscheidung treffen zu können.