Hannover, 2. Januar 2019. Die Menschen bewegen sich im Job und in der Freizeit zu wenig. Die Gesellschaft läuft Gefahr, sich krank zu sitzen. Das zeigen auch - laut aktuellem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) - die Fehltage aufgrund von Muskel- und Skelettkrankheiten, die trauriger Spitzenreiter der arbeitsbedingten Erkrankungen sind. Jeder Niedersachse war im Jahr 2017 rund drei Tage aufgrund dieser Diagnose krankgeschrieben. Das Kreuz mit dem Kreuz wiederum führt oftmals dazu, dass bei den Patienten allzu oft eine Rücken-Operation durchgeführt werden soll. Doch: Acht von zehn Operationen sind unnötig, so die Auswertung eines speziellen TK-Zweitmeinungsangebotes.

Chirurgische schwere Eingriffe an der Wirbelsäule sind eine große Herausforderung für den gesamten Körper. Jede Operation birgt Risiken. Sowohl während des Eingriffes als auch danach können unvorhergesehene Komplikationen auftreten. Eine Entscheidung für oder gegen eine Operation sollte deshalb gut überlegt sein.

"In ausgewählten niedersächsischen Schmerzzentren bieten wir den Patienten deshalb an, die Notwendigkeit einer Wirbelsäulen-Operation von einem interdisziplinärem Schmerzteam kostenlos überprüfen zu lassen", erklärt Inken Holldorf, TK-Chefin in Niedersachsen. "Interessierte erhalten bei Bedarf innerhalb von zwei Tagen einen Termin. Wenn sich anschließend herausstellt, dass eine Operation nicht notwendig ist und auch konservative Therapien die Lebensqualität zurückbringen können, ist das ein großer Vorteil für den Patienten.

"Meine Praxiserfahrung als Gutachter zeigt, dass 80 bis sogar 90 Prozent der angedachten Operationen nicht notwendig sind", so das Fazit von Dr. Stefan Holthusen vom Schmerzzentrum in Göttingen. "In den meisten Fällen sind die Patienten im Vorfeld nicht ausreichend körperlich im Bereich Neuro-Orthopädie untersucht worden. Auch konservative Schmerztherapien wurden nicht ausgeschöpft. Ein dritter Grund ist, dass das Schmerzbild des Patienten oftmals nicht mit den bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise MRT oder Röntgen übereinstimmt".

"Damit Versicherte mehr Sicherheit haben und sich informiert für oder gegen einen Eingriff entscheiden können, sollten Zweitmeinungen wesentlich häufiger eingeholt werden", berichtet Holldorf. "Seit 2016 bietet die TK das Zweitmeinungsprogramm auch für Hüft-, Knie- und Schulter-Operationen an".

Als digitale Kasse bietet die TK ihren Versicherten auch die Möglichkeit einer Online-Zweitmeinung an. Innerhalb von zehn Werktagen erhalten die Interessierten beim Ärztenetzwerk Medexo eine entsprechende Expertenmeinung.

Als "guten Vorsatz für das neue Jahr 2019" empfiehlt die TK, sich regelmäßig zu bewegen. Der Erfolg zeigt sich in doppelter Hinsicht: Sport stärkt die Rumpfmuskulatur und baut gleichzeitig Stress ab. Digital unterstützt zum Beispiel der TK-Onlinecoach mit einem maßgeschneiderten Trainingsprogramm.

Hinweis an die Redaktion

Hier gibt es weitere Informationen zu folgenden Themen: Zweitmeinungsverträge der TK und eine Übersicht der Schmerzzentren