Berlin/Potsdam, 17. März 2022. Falsche Medikation, missglückte Behandlung: Die Zahl der Verdachtsfälle auf ärztliche Fehler ist nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in Berlin gestiegen: 581 TK-Versicherte in der Hauptstadt wandten sich 2021 an die TK, weil sie eine Fehlbehandlung vermuteten. Ein Jahr zuvor waren es 537. 

Eine andere Entwicklung zeigte sich in Brandenburg: Hier ging die Zahl der bei der TK angezeigten Verdachtsfälle von 169 im Jahr 2020 auf 147 im vergangenen Jahr zurück.

Bundesweit wurde bei der TK ebenfalls ein leichter Rückgang um 40 auf 5.981 Beschwerdefälle verzeichnet. Die meisten Beschwerden gab es über chirurgische Behandlungen (30 Prozent der Verdachtsfälle). Danach folgten Zahnheilkunde (17 Prozent), Allgemeinmedizin (10 Prozent) und Geburtshilfe sowie Gynäkologie (10 Prozent). 7 Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle bezogen sich auf Pflegefehler, 5 Prozent auf Behandlungen bei Orthopädinnen und Orthopäden.

Etwa jeder dritte Verdacht bestätigt sich

"In etwa jedem dritten Fall bestätigt sich im Verlauf der Überprüfung der Verdacht", so Christian Soltau, Medizinrechtsexperte der TK. 

"Nicht jede Vermutung stellt sich als begründet heraus. Und natürlich macht auch jeder Mensch Fehler. Jedoch haben in der Medizin Fehler oft gravierende Folgen", so Susanne Hertzer, Leiterin der TK in Berlin und Brandenburg. "Patientinnen und Patienten sollten bei einem Verdacht deshalb zunächst mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen und sich nicht scheuen, sich an ihre Krankenkasse zu wenden."
Zur Prüfung, ob ein Behandlungsfehler tatsächlich vorliegt, können die Krankenkassen beispielsweise beim Medizinischen Dienst (MD) ein für den Versicherten kostenfreies Gutachten in Auftrag geben. Klagt die Krankenkasse gegen den Arzt oder die Klinik, können Betroffene das Urteil abwarten und danach über eine persönliche Klage auf Schmerzensgeld tätig werden. 

Unterstützung durch die TK

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Wegweiser Behandlungsfehler und einer Beratungsbroschüre .
Zudem setzt sich die TK intensiv dafür ein, dass Fehlgriffe bei der medizinischen Behandlung gar nicht erst passieren. In einem Informationspaket auf tk.de finden sich die verschiedenen Projekte der TK für mehr Patientensicherheit sowie Tipps und Tricks für Patientinnen und Patienten, denn auch sie selbst können einen wichtigen Beitrag zu ihrer Sicherheit leisten. 

Hinweis für die Redaktion

Die TK ist eine gesetzliche Krankenkasse, die in Berlin 919.000 Menschen und in Brandenburg 318.000 Menschen versichert.