Mainz, 29. März 2022. Laut einer aktuellen Auswertung der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet die Kasse einen Rückgang hinsichtlich der Zahl der bei ihr gemeldeten Behandlungsfehler. Während sich im vergangenen Jahr 258 Versicherte an die TK gewandt haben, weil sie bei sich eine ärztliche Fehlbehandlung vermuteten, waren es im Jahr 2020 noch 20 Fälle mehr (278). "Verglichen mit dem Vorpandemiejahr 2019 liegt der Rückgang in Rheinland-Pfalz sogar bei 18 Prozent (315 Fälle)", bestätigt TK-Landesvertretungsleiter, Jörn Simon. "Verschiebbare Eingriffe wurden häufig verlegt, um Ressourcen in den Kliniken für die Behandlung von Corona-Patienten frei zu halten. Es liegt nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang elektiver Eingriffe und dem Rückgang der vermuteten Behandlungsfehler gibt", erläutert Simon. 

Bundesweit gab es die meisten Beschwerden über Behandlungen bei Chirurgen (30 Prozent der Verdachtsfälle). Danach folgten Zahnärzte (17), Allgemeinmediziner (10) und Fälle im Bereich der Geburtshilfe sowie Gynäkologie (10). Sieben Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle bezogen sich auf Pflegefehler, fünf Prozent auf Behandlungen bei Orthopäden. 

Etwa jeder dritte Verdacht bestätigt sich 

Wie Simon ausführt, bestätigt sich im Zuge der Überprüfung in etwa jedem dritten Fall der Verdacht. "Gleichzeitig gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus, da Patientinnen und Patienten - angesichts der hohen rechtlichen Hürden - den Schritt einer Meldung häufig gar nicht gehen. Doch die TK unterstützt ihre Versicherten dabei zu überprüfen, ob es sich um einen Behandlungsfehler handelt", erklärt TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon. Betroffene können sich entweder an die  Beratungshotline der TK (040 - 46 06 61 21 40) wenden oder zunächst Informationen via Online-Lotsen und eine Beratungsbroschüre erhalten. Krankenkassen, so Simon, können zudem beispielsweise beim Medizinischen Dienst (MD) für Betroffene kostenfreie Gutachten in Auftrag geben, die der Versicherte später für seine juristische Auseinandersetzung einsetzen kann, sagt Simon. 

Mehr Sicherheit bei medizinischen Behandlungen 

Die TK setzt sich aber auch dafür ein, dass Fehlgriffe bei der medizinischen Behandlung gar nicht erst passieren. In einem Informationspaket auf tk.de finden sich die verschiedenen Projekte der TK für mehr Patientensicherheit sowie Tipps für Patientinnen und Patienten, denn auch sie selbst können einen wichtigen Beitrag zu ihrer Sicherheit leisten.