Corona-Pandemie: Vertrauen ist groß

Ein Schwerpunkt der für den TK-Monitor Patientensicherheit ausgewerteten repräsentativen Forsa-Befragung war, wie sich die Corona-Pandemie auf die Haltungen zur Patientensicherheit auswirkt: Hier zeigten sich Sorgen ebenso wie Vertrauen in die Behandelnden. Zwar äußerten 48 Prozent Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Gleichzeitig haben aber 71 Prozent der Menschen in Deutschland keine Bedenken, in der aktuellen Situation eine Haus- oder Facharztpraxis aufzusuchen. Etwas verhaltener sind die Menschen beim Thema Krankenhaus: Nur knapp die Hälfte (48 Prozent) haben diesbezüglich keine Bedenken, 36 Prozent leichte Bedenken und 16 Prozent große Bedenken.

Thomas Ballast zum TK-Monitor Pati­en­ten­si­cher­heit

Rund jeder Dritte (35 Prozent) war von einer pandemiebedingten Terminabsage betroffen, dabei ging die Mehrheit der Absagen von den Behandelnden aus. Sagten die Patienten selbst eine Behandlung oder Untersuchung ab, waren neben der Angst vor Infektion (bei 70 Prozent) auch der Wunsch das Gesundheitssystem zu entlasten (38 Prozent) und andere vor Ansteckung zu schützen (18 Prozent) weitere Gründe. 

Corona: Viele Pati­enten denken bei Termin­ab­sage an andere

TK-Infografik: Corona - Gründe für Terminabsagen. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020 Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
38 Prozent der Betroffenen sagten Leistungen ab, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020

Fehler in der Behandlung passieren, werden aber selten dokumentiert

Dass Fehler vorkommen, kann man im menschlichen Miteinander kaum vollständig verhindern. Bei der Umfrage gab ein Viertel der Befragten an, in den letzten 10 Jahren einen Behandlungsfehler vermutet zu haben. Doch gerade einmal ein Drittel derer, die einen Fehlerverdacht hatten, haben diesen auch gemeldet. Was in solchen Fällen passiert, wird aber weder systematisch erfasst noch ausgewertet.

Jeder Vierte vermu­tet, Behand­lungs­fehler erlebt zu haben

 TK-Infografik: Jeder Vierte vermutet, Behandlungsfehler erlebt zu haben. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020 Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
 Nur jeder Dritte meldet seinen Verdacht auf einen Behandlungsfehler. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020

Hardy Müller

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TK-Beauftragter für Patientensicherheit. 


"Wenn wir solche vermeidbare, unerwünschte Ereignisse so weit wie möglich reduzieren wollen, müssen alle Beteiligten bereit und kompetent sein, dazu beizutragen. Dafür braucht es auch Erkenntnisse aus der Dokumentation von früheren Fehlern aber auch aus positiven Erlebnissen, um daraus zu lernen."

CIRS: Lernen für Patientensicherheit

Aus Erfahrungen zu lernen, ist ein Prinzip, das auch in Sachen Patientensicherheit großes Potenzial hat. Hier setzt die Kooperation der TK mit dem bundesweiten systematischen Berichtssystem CIRS Health Care an. CIRS steht für "Critical Incident Reporting System", also eine Möglichkeit für Betroffene, persönliche Erfahrungen anonym zu melden. Bislang galt das für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Seit August können jedoch auch Patienten ihre persönlichen Erfahrungen in der Corona-Krise auf der Projektwebseite zurückmelden und anonym mit anderen teilen. 

Informationsstand und Bereitschaft der Patienten ist groß

Laut TK-Monitor Patientensicherheit ist die Mehrheit der Befragten mit dem eigenen Informationsstand zum Thema Patientensicherheit zufrieden: 68 Prozent fühlen sich gut oder sehr gut informiert. Auch die Bereitschaft, als Patient selbst etwas zur Patientensicherheit beizutragen, ist groß: Drei von vier Menschen in Deutschland sehen auch bei den Patienten selbst einen Beitrag, damit die Versorgung in Praxis und Krankenhaus sicher vonstatten geht.

Pati­en­ten­si­cher­heit: Infor­ma­ti­ons­be­darf

 TK-Infografik: Patientensicherheit: Die Mehrheit fühlt sich (sehr) gut informiert. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020 Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Ein Drittel der Befragten fühlt sich unzureichend über das Thema Patientensicherheit informiert. Quelle: TK-Monitor Patientensicherheit 2020

Hintergrund

Für den TK-Monitor Patientensicherheit  hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 29. Oktober bis 13. November 2019 sowie vom 3. bis 13. August je 1.000 Personen aus einem bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Den vollständigen Report gibt es hier zum Download. 

TK-Monitor Patientensicherheit

PDF, 1,7 MB Downloadzeit: eine Sekunde

In unserer Mediathek finden Sie weitere Infografiken zum TK-Monitor Patientensicherheit 2020:

Blogbeitrag: Interview zur Patientensicherheit