Hamburg, 13. November 2018. Es pfeift oder rauscht im Ohr, obwohl andere nichts hören: Viele Menschen in Deutschland kennen störende Töne im Ohr. Meistens verschwindet der Ton nach kurzer Zeit wieder, doch rund drei Millionen Menschen sind so stark betroffen, dass sie auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Ab sofort gibt es für Patienten mit einem akuten oder chronischen Tinnitus digitale Unterstützung: Sie können die Basis-Therapie, die Mediziner empfehlen, über eine App erhalten. Dazu gehören ein umfangreiches Online-Therapieprogramm und bei Bedarf Videosprechstunden mit dem Arzt. Die Versorgungslösung "Tinnitracks Basis-Therapie" hat die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen Sonormed GmbH, dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. und der Schön Klinik entwickelt. Das Angebot startet in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Digitales Angebot nutzt dem Patienten

"Das ist ein weiterer Baustein in unserem digitalen Versorgungsportfolio, der die Chancen der Digitalisierung für unsere Versicherten sinnvoll nutzt", sagt Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der TK. Das innovative Angebot ist in die etablierte App "Tinnitracks" integriert, die als Medizinprodukt bereits seit 2015 für chronische Tinnitus-Patienten auf dem Markt ist. TK-Versicherte erhalten es auf Rezept, verschrieben von Hals-Nasen-Ohrenärzten. Wer unter störenden Ohrgeräuschen leidet, kann dann per App unkompliziert und unabhängig von Zeit oder Ort lernen, mit seiner Erkrankung besser umzugehen und seine Lebensqualität zu verbessern. So geht es beispielsweise darum, wie Tinnitus entsteht, welche Auslöser es gibt, wie sie sich vermeiden lassen, und was konkret hilft, die Ohrgeräusche als weniger störend zu empfinden.

App rund um die Uhr und an jedem Ort verfügbar

Wer die App auf dem Smartphone in der Tasche hat, kann alle Informationen jederzeit abrufen oder auch mehrere Male bearbeiten und neue Verhaltensweisen einüben. Zum Abschluss der Therapie überprüft der Patient mithilfe eines Fragebogens, ob er alle Lerninhalte verstanden hat. Besteht weiterer Behandlungsbedarf, schließt sich eine Folgebehandlung  der Tinnitracks Basis-Therapie per Videosprechstunde mit einem Psychotherapeuten oder einem entsprechend qualifizierten HNO-Arzt an. Die Video-Telefonie gewährleistet MindDoc, das Online-Angebot der Schön Klinik. Bernhard Backes, therapeutischer Leiter von MindDoc: "Mit MindDoc verfügt die Schön Klinik bereits seit vielen Jahren über sehr gute Erfahrungen mit videokonferenzbasierter Psychotherapie bei Patienten mit Depression und Essstörungen. Wir freuen uns, unsere Expertise durch die Kooperation mit der TK, dem Berufsverband der HNO-Ärzte und Sonormed jetzt auch Tinnitus-Patienten anbieten zu können."

Komplexes Krankheitsbild

Dr. Dirk Heinrich, Präsident des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte: "Tinnitus ist ein komplexes Krankheitsbild, das oft mit einer langen Leidensgeschichte der Patientinnen und Patienten verbunden ist. Mit dem Beratungsansatz der Counseling-Therapie steht nun eine weitere Behandlungsoption zur Verfügung." Jörg Land, Geschäftsführer der Sonormed GmbH, ergänzt: "Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit unseren Partnern das Angebot auf Basis der etablierten Tinnitracks-Struktur zu erweitern. Mit der Tinnitracks Basis-Therapie ist es uns gelungen, endlich eine Therapie für alle Tinnitus-Patienten verfügbar zu machen.“

Mit Pop gegen das Piepen im Ohr

Bereits seit gut zwei Jahren hat die TK in fünf Bundesländern ein spezielles Hörtraining für Tinnitus-Patienten, Tinnitracks genannt, erprobt. Das Angebot, das per App dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt, ist ab sofort auch bundesweit verfügbar. Es richtet sich an chronisch Betroffene. In Abgrenzung zur Basis-Therapie firmiert es künftig unter dem Namen "Tinnitracks Neuro-Therapie".

Weitere Informationen bietet die Homepage der TK unter www.tk.de (Webcode 2047392).