Kiel, 26. November 2021. Menschen mit einem Schlaganfall müssen sich darauf verlassen können, dass sie nicht die nächstgelegene, sondern die bestverfügbare medizinische Behandlung erhalten. Und die ist die schnellstmögliche Aufnahme in eine Stroke Unit - eine Versorgungseinheit, die speziell auf die optimale Behandlung von Schlaganfällen ausgerichtet ist. Eine direkte Ansteuerung der Stroke Units durch den Rettungsdienst gelingt bislang bei jedem fünften Schlaganfall nicht. 

Die Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung zur Neuausrichtung der Schlaganfallversorgung können die Versorgung von Menschen mit Schlaganfällen deutlich verbessern. Erstmalig wird damit die Möglichkeit des Landeskrankenhausgesetzes genutzt, Versorgungsstufen sowie die Kooperation der beteiligten Krankenhäuser in vernetzten Strukturen festzulegen. Wegweisend ist auch, dass zugleich Kriterien für den Rettungsdienst für eine gezielte Ansteuerung in das richtige Krankenhaus geschaffen werden. 

Der Trend in der medizinischen Versorgung geht dahin, die Qualität zu steigern, in dem komplexe medizinische Leistungen an bestimmten spezialisierten Standorten konzentriert werden. Die vorgelegten Überlegungen für die Schlaganfallversorgung sind deshalb eine gute Blaupause für weitere Versorgungsbereiche, die von einer Spezialisierung, einer besseren Vernetzung und Kooperation aller Beteiligten profitieren.

Hinweis für die Redaktion

Dies ist ein Statement zur Neu-Ausrichtung der Schlaganfallversorgung in Schleswig-Holstein von Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein.