Schwerin, 8. Dezember 2021. Pflegebedürftige in Mecklenburg-Vorpommern nehmen Entlastungsleistungen in der Pflege immer mehr in Anspruch. Fast 60 Prozent der TK-versicherten Menschen im Land, die auf Pflege angewiesen sind, stellten im vergangenen Jahr einen Antrag auf ebendiese Leistungen. Das ergab eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Entlastungsleistungen stehen automatisch allen pflegebedürftigen Personen zu, die einen Pflegegrad haben und zu Hause versorgt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern legte die Inanspruchnahme im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 20,7 Prozentpunkte zu. Während im Jahr 2019 noch 2.116 der 3.511 Pflegeberechtigten Entlastungsleistungen beantragten, waren es im Jahr 2020 2.553 Anträge von insgesamt 4.291 Pflegeberechtigten. "Die Entwicklung zeigt uns, dass das Angebot zwar bekannter geworden ist und deutlich öfter in Anspruch genommen wurde. Dennoch erkennen wir, dass die Möglichkeit Entlastungsleistungen zu erhalten noch bekannter werden muss", erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung in Mecklenburg-Vorpommern. 
Für welche Leistungen die pflegebedürftigen Versicherten, die nicht in einer Einrichtung versorgt werden, den monatlichen Entlastungsbeitrag von 125 Euro einsetzen können, ist dabei umfassend festgeschrieben und unterscheidet sich zudem in Angeboten, die nach Landesrecht anerkannt sind.. In Mecklenburg-Vorpommern können zum Beispiel Betreuungsangebote und bestimmte Pflegeleistungen, aber auch Haushaltshilfen abgerechnet werden, um die Betroffenen sowie pflegende Angehörige zu unterstützen.

Bürokratische Hürden abbauen

Neben der Unwissenheit über die Leistung wird die Inanspruchnahme der Entlastungsleistungen laut Austenat-Wied auch durch die monatliche Deckelung des Budgets erschwert. "Momentan müssen für Kosten, die über 125 Euro liegen, die Beträge mehrere Monate angespart werden. Wenn Versicherte uns im Januar eine Rechnung über 600 Euro für Entlastungsleistungen einreichen, können wir sie nicht ohne weiteres erstatten. Kommt die Rechnung dagegen mit demselben Betrag im November, ist es kein Problem, wenn das Budget quasi über die Monate angespart wurde. Das schränkt die Pflegebedürftigen in ihrer Flexibilität ein. Hier wäre es sinnvoller, statt der monatlichen 125 Euro ein flexibles Jahresbudget von 1.500 Euro zu schaffen", fordert die Landeschefin und ergänzt: "Die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst - und sie verändern sich. Wir brauchen deshalb mehr Flexibilität bei den Entlastungsleistungen."

Um Pflegebedürftige und pflegende Angehörige weiter zu entlasten, setzt sich die TK auch dafür ein, digitale Chancen in der Pflege stärker zu nutzen. Bereits heute bietet die TK ihren Versicherten digitale Unterstützung, wie zum Beispiel den Online-Pflegeantrag, virtuelle Pflegekurse oder die App TK-PflegeKompakt mit allen wichtigen Infos und Ansprechpersonen für jede Pflegesituation. Das von der TK unterstützte Onlineangebot pflegen-und-leben.de bietet pflegenden Angehörigen psychologische Unterstützung in Belastungssituationen.

Hinweis für die Redaktion

Die Forderungen der TK, um die Weichen für die 20. Legislaturperiode im Bereich Pflege zu stellen, gibt es im Online-Bereich der TK.