TK: Was hat sich für euch verändert? 

Marina Kern: Das Universitäts-Leben hat sich sehr verändert. Das Semester hat kürzlich begonnen und die erste Vorlesung spielte sich von zu Hause aus ab. Das war mir ziemlich neu und sehr ungewöhnlich. Eine Vorlesung über einen Monitor zu verfolgen und dabei den "realen Vorlesungssaal“ nachzustellen ist gewöhnungsbedürftig gewesen. Dennoch gewöhnt man sich zügig dran, denn der einzige Unterschied ist dabei die Location.

Marina Kern

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Studentin an der Universität Bremen

Anika Baumgarte: Die Online-Vorlesungen sind eine neue aber auch spannende Herausforderung. Ich finde, sie erfordern mehr Konzentration als herkömmliche Vorlesungen. Zu Hause ist man schneller mal abgelenkt als im Hörsaal der Universität. Die Dozenten sind sich dessen aber bewusst und bauen daher auch Pausen in ihre Vorlesungen ein. Anders ist natürlich auch die Möglichkeit für Fragen während einer Online-Vorlesung. In den ersten Vorlesungen gab es noch eine gewisse Scheu. Ich denke aber, dass sich das im weiteren Verlauf ändern wird.

Die meisten Vorlesungen sind insgesamt auch anonymer, da man seine Kommilitonen nicht sieht. Nur bei wenigen Veranstaltungen sind auch die Kameras der Studierenden eingeschaltet.

Anika Baum­garte

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Studentin an der Universität Bremen
 

TK: Wie sieht der neue Tagesablauf aus?

Kern: Der Tagesablauf ist ziemlich ähnlich zum "normalen“ Unialltag, nur von zu Hause aus. Dadurch ist die Abgrenzung von der Freizeit und des Uni-Lebens ziemlich schwammig.

Baumgarte: Das "Home-Office“ für die Vorlesungen hat sich schon bemerkbar auf meinen Tagesablauf ausgewirkt. Man muss sich selbst gut organisieren, da die Vorlesungen in unterschiedlichen Formen stattfinden. Es gibt z.B. die wöchentlichen Live-Vorlesungen, die immer zur gleichen Zeit stattfinden. In einigen Modulen haben die Dozenten aber auch Videos mit den Vorlesungsinhalten aufgenommen. Es ist den Studierenden damit selbst überlassen, wann sie diese Videos angucken. Um ein bisschen Struktur beizubehalten, habe ich mir vorgenommen, solche Vorlesungsvideos regelmäßig an bestimmten Wochentagen zu bearbeiten.

Ein gutes Zeitmanagement ist da wichtig, damit nicht alles auf einmal kommt und man den Überblick behält. Ich bin gespannt, wie der weitere Verlauf aussehen wird, vor allem wenn es um die ersten Präsentationen geht.

TK: Wie findet ihr zum Austausch zusammen?

Kern: Zum Austausch finden sich die Professoren und Studenten via Zoom zusammen. Natürlich besteht der E-Mail-Verkehr, sowie Telefonate. Für Gruppenarbeiten, was eine intensive Zusammenarbeit voraussetzt, wird WhatsApp, Skype, Google Drive und die Dropbox genutzt. Auch hier finden Gruppen-Telefonate statt, um ein "normales“ Gruppentreffen nachzustellen.

Baumgarte: In der ersten Vorlesungswoche fanden bisher in einigen Modulen neben der inhaltlichen Einführung nur die Gruppenbildungen statt. Im Vergleich zu einem "normalen“ Semester sah das meiner Meinung nach nicht viel anders aus. Die Planung, wie wir genau während der Gruppenarbeit in den Austausch kommen, steht uns also noch bevor. Ich denke, im weiteren Verlauf des Semesters wird WhatsApp weiterhin die erste Anlaufstelle für Kommunikation sein. Für virtuelle Gruppentreffen wird sich wahrscheinlich Skype durchsetzen, da die meisten dort mehr Erfahrungen haben als mit Zoom.

TK: Wie organisiert die Uni den neuen Alltag? Fühlt ihr euch dort noch zugehörig und gut abgeholt?

Kern: Glücklicherweise sind keine Module ausgefallen und die Uni hat recht zügig eine gute Alternative mit einem Videokonferenzsystem gefunden. Zu Beginn werden Modulverlaufspläne via Stud.ip ausgehändigt und die Frontalvorlesungen werden per Livestream gehalten. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich der Universität noch zugehörig fühle und durch das Reagieren der Universität (Bezug auf Zoom.us) fühle ich mich abgeholt. Der einzige Unterschied hinsichtlich des Study-Lebens ist der Wechsel in die ausschließlich digitale Welt, besonders in den Gruppenarbeiten.

Baumgarte: In den letzten Wochen hielt uns die Universität über regelmäßige E-Mails immer auf dem Laufenden, inwieweit die Vorlesungen geplant oder durchgeführt werden können. Das gab uns Studierenden schon ein großes Stück Sicherheit. Die Situation ist für uns alle neu, aber es wird das Beste daraus gemacht. Genaueres zu der Organisation kann man, denke ich, jedoch erst sagen, wenn die ersten Präsentationen gehalten und die ersten Hausarbeiten abgegeben wurden.