Mit Hilfe des "Sicher Zuhause"-Programms sollen Gesundheitsrisiken bei Pflegebedürftigen bereits im Vorfeld erkannt und Krankenhauseinweisungen vermieden werden. 

Herr Vogt, wie funktioniert das "Sicher Zuhause"-Programm? 

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Basisstation und einen Funksender, der um den Hals getragen wird. In diesem Sender sind Sensoren integriert, die einen Sturz erkennen und dann einen automatischen Notruf auslösen. 

Innerhalb kürzester Zeit meldet sich ein Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale, der auch über weitergehende Informationen wie Vorerkrankungen oder verordnete Medikamente verfügt. Je nach Bedarf werden Nachbarn, Angehörige oder ein Notarzt verständigt.

Da sind wichtige Komponenten für mehr Eigenständigkeit im Alter. Für eine Studie braucht es aber doch zusätzliche Aspekte?

Mit "Sicher Zuhause" gehen wir in der Tat noch einen großen Schritt weiter: Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz (KI), damit es nach Möglichkeit erst gar nicht zu einem Sturz kommt.

Zu Beginn der Studie wird von speziell geschulten Gesundheitsberatern die persönliche Situation der Teilnehmer erfasst. Dazu gehören die Krankengeschichte ebenso wie der übliche Tagesablauf. 

Nun wird geschaut, ob die von dem Funksender übermittelten Daten zu dem Profil der Teilnehmer passen. Ein selbstlernender Algorithmus ermittelt tagesaktuell einen Risikowert. Damit lassen sich Anzeichen für eine Verschlechterung rechtzeitig erkennen. Die Gesundheitsberater nehmen dann Kontakt auf, um sinnvolle präventive Maßnahmen wie Krankengymnastik, einen Arztbesuch oder eine Pflegeberatung vor Ort zu besprechen. 

Warum beteiligt sich die TK an dem Programm?

Ab 60 Jahren machen Stürze über die Hälfte aller unfallbedingten Verletzungen aus. Das führt zu Sturzangst, die die körperliche Aktivität einschränkt und so die Muskulatur schwächt. Die Folge ist wiederum, dass das Risiko für einen erneuten Sturz steigt. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen.  

Zudem hat unsere letzte Umfrage zum Thema Pflege gezeigt, dass die Menschen im Alter smarte Technologien wünschen, um möglichst lange selbstständig leben zu können. Auch neun von zehn Baden-Württembergern sind für solche Lösungen offen. 

Die Nutzung digitaler Chancen im Versorgungsalltag ist deshalb auch ein Baustein in dem Konzept "Update Altenpflege", in dem wir Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und auch Pflegekräften in Baden-Württemberg unterbreiten. 

Wie läuft die Studie ab und wer kann daran teilnehmen?

Die Studie dauert acht Monate, geplant sind 500 Teilnehmerinnen oder Teilnehmer. Voraussetzung ist eine vorliegende Pflegebedürftigkeit mit den Pflegegraden 1,2,3 oder 4. 

Die Teilnehmer werden kostenfrei mit dem Hausnotrufgerät von Philips ausgestattet, das sie nach Ablauf der acht Monate behalten und weiterverwenden können.

Anträge zur Teilnahme an der Studie nimmt Philips unter der Projekt-Hotline 0800 567 7000 entgegen.