In Sciencefiction-Filmen gibt es sie schon lange: Roboter, die alle möglichen Alltagsaufgaben übernehmen und das Leben leichter machen. Und langsam ziehen diese Helfer in unseren Alltag ein. Kürzlich habe ich mir einen Saugroboter gekauft und will ihn seitdem nicht mehr missen.

Aber können Sie sich einen Roboter am Pflegebett vorstellen? Die Hilfe von Robotern bei einem so sensiblen Thema wie der eigenen Pflege in Anspruch zu nehmen, scheint noch einmal auf einem anderen Blatt zu stehen.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Georg van Elst

66 Prozent der Bayern würden Roboter-Technik in Anspruch nehmen

Eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK (TK-Meinungspuls Pflege 2018) zeigt: Die Offenheit, sich im Pflegefall digitale oder technische Unterstützung zu holen, ist groß - vor allem in Bayern: Auf die Frage "Könnten Sie sich vorstellen, auch die Hilfe von Roboter-Technik in der Pflege in Anspruch zu nehmen" antworten 66 Prozent der Befragten in Bayern mit Ja, bundesweit sind es 58 Prozent.

Und es muss nicht immer gleich der Roboter sein. Die Digitalisierung bringt zahlreiche Chancen mit, die Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden unterstützen - und deren Angehörige entlasten. Diese "informell Pflegenden" unterstützen 70 Prozent der Pflegebedürftigen und bilden somit den größten Pflegedienst des Landes, auch wenn die aktuelle politische Pflegedebatte sich vor allem um die Pflegeprofis dreht. Punktuelle Maßnahmen wie das Landespflegegeld greifen dabei zu kurz - gefragt sind langfristige Entlastungen - zumal viele Betroffene jahrelang pflegen.

89 Prozent wollen in den eigenen vier Wänden versorgt werden

Ein Beispiel dafür ist Smart-Home-Technik, etwa Sensoren, die Stürze melden oder registrieren, ob ein pflegebedürftiger Mensch morgens aufsteht. Immerhin wollen 83 Prozent der Menschen in Deutschland im Falle eigener Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden bleiben, in Bayern sind es sogar 89 Prozent.

Ohne digitale Unterstützung wird es in Zukunft jedoch immer schwieriger werden, diese pflegerische Versorgung zu Hause sicherzustellen, "Personalmangel in der Pflege", "gesellschaftliche Veränderungen" und "demografischer Wandel" seien hier nur als einige Stichpunkte genannt. Sie erfordern neue Lösungen bzw. ein smartes Weiterdenken bereits funktionierender Lösungen. Auch Bayern wird es ohne digitale Unterstützung nicht schaffen, die bevorstehenden Herausforderungen in der Pflege zu meistern.

Der Leistungskatalog muss um Smart-Home-Lösungen erweitert werden

Deshalb sollte die Politik, die derzeit auf allen Ebenen in Richtung Digitalisierung aktiv ist, die informell Pflegenden in den Fokus rücken und  digitale Unterstützung für ihr - oft aufopferungsvolles - Engagement auf den Weg bringen: Smart-Home-Lösungen werden derzeit nicht im Leistungskatalog der Pflegeversicherung berücksichtigt. Die TK setzt sich dafür ein, dass der Leistungskatalog der Pflegeversicherung entsprechend erweitert wird. Die Leistungen für "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" sollten im Bereich der technischen Hilfen im Haushalt auch für technische Assistenz- und Überwachungssysteme eingesetzt werden dürfen, die dazu beitragen, länger in den eigenen vier Wänden zu verbleiben und die Angehörigen zu entlasten.

Digitale Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige gibt es auch im Bereich Pflegekurse

Der TK PflegeCoach kann als digitaler Pflegekurs oder als mobiles Nachschlagewerk für pflegende Angehörige eingesetzt werden. Die Anwendung vermittelt Pflege-Know-how auf lern- und pflegewissenschaftlicher Grundlage. Die Software können Pflegende via Smartphone, Tablet oder PC kostenfrei nutzen. So haben auch Angehörige mit wenig Zeit,  eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Gebieten jederzeit flexiblen Zugriff auf Pflegewissen.