Berlin, 12. März 2019. Die Zahl der Pflegebedürftigen in der Hauptstadt ist in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Deutschen Pflegetages in Berlin mit und beruft sich auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Während im Jahr 2007 rund 96.000 Berliner Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung bezogen haben, waren es im aktuell ausgewerteten Jahr 2017 rund 136.000.

Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg: "Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf Pflege angewiesen. Deshalb ist es wichtig, die Pflegebedürftigen auch mit neuen Angeboten zu unterstützen und pflegende Angehörige zu entlasten."

Pflegequote unter Bundesdurchschnitt

Im Ländervergleich liegt Berlin mit einer Pflegequote von 3,8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit erhalten 4,1 Prozent der Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung, das sind knapp 3,5 Millionen Menschen.

Anders sieht es in Brandenburg aus. Das Nachbarbundesland weist mit 5,3 Prozent die dritthöchste Quote von Pflegebedürftigen auf. 132.000 Menschen beziehen hier Mittel aus der Pflegeversicherung. Das bedeutet, dass jeder zwanzigste Brandenburger pflegebedürftig ist. Höher ist die Quote nur in Thüringen mit 5,4 und Mecklenburg-Vorpommern mit 5,7 Prozent.

Smart-Home-Lösungen zur Entlastung in der häuslichen Pflege

Nach wie vor wird der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld durch ambulante Pflegedienste und pflegende Angehörige versorgt. Die TK plädiert dafür, Smart-Home-Lösungen zu nutzen, um die Pflegenden besser zu unterstützen. "Für viele Pflegebedürftige ist es ein Anliegen, weiterhin zu Hause leben zu können. Die Pflege in den eigenen vier Wänden stellt häufig eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Digitale Angebote können helfen, die Versorgung für die zu Pflegenden im eigenen Heim sicherer zu gestalten und den Angehörigen die Pflege zu erleichtern", so Hertzer.

Die TK fördert unterstützt eine Studie für den Einsatz des innovativen Sturzmeldesystems "Sicher Zuhause" . Hierbei melden Sensoren, wenn eine Person stürzt und stellen automatisch eine Verbindung zu einer Hausnotrufzentrale her. Ein Mitarbeiter kann dann über die Freisprechanlage Kontakt mit der gestürzten Person aufnehmen und entsprechende Hilfemaßnahmen einleiten.

Selbstlernendes System warnt vor

"Sicher Zuhause" verknüpft die Kompetenz geschulter Fachkräfte mit den Vorteilen digitaler Datenverarbeitung: Zu Beginn schildern die Teilnehmer der Studie einem speziell geschulten Gesundheitsberater telefonisch ihre persönliche Situation, etwa Krankengeschichte, Medikation und den üblichen Tagesablauf. Der um den Hals getragene Funksensor für die Sturzerkennung registriert die Bewegungsdaten. Auf Basis der vom Sender übermittelten Daten sowie der Informationen aus dem Eingangsgespräch berechnet der selbstlernende Algorithmus tagesaktuell einen Risikowert. „Das Besondere an dieser Lösung ist, dass sie einen Risiko-Score ermittelt, der den Gesundheitszustand des Patienten darstellt. So lassen sich Anzeichen für eine Verschlechterung rechtzeitig erkennen“, sagt Dr. Andreas Landgraf, Business Development Manager bei Philips. Ist ein Grenzwert überschritten, meldet sich der Gesundheitsberater, um mögliche Ursachen, aber auch sinnvolle präventive Maßnahmen wie Krankengymnastik, einen Arztbesuch oder eine Pflegeberatung vor Ort zu besprechen.

Hinweis für die Redaktion

Kostenfrei an der achtmonatigen Studie teilnehmen können alle TK-Versicherten ab Pflegegrad 1. Den Antrag zur Teilnahme an der Studie nimmt Philips entgegen. Das Hausnotrufgerät von Philips können die 500 Studienteilnehmer nach Ablauf der acht Monate behalten und weiterverwenden. Mehr dazu unter www.philips.de/sicherzuhause oder unter der Projekt-Hotline 0800 567 7000.

Der Deutsche Pflegetag findet am 14. - 16. März 2019 in Berlin statt. Die Veranstaltung zählt zu den wichtigsten Kongressen für Pflege in Deutschland. Am 14.3.2019 ab 15 Uhr haben Sie die Möglichkeit, am TK-Stand (Halle 7, H 04) "Sicher Zuhause" auszuprobieren. Diskutieren Sie dann auch mit TK-Vorstand Thomas Ballast über aktuelle Fragen der Pflege.