Bremen, 3. Dezember 2020. Einen Pflegeplatz zu finden ist nicht einfach. Pflegebedürftige und deren Angehörige telefonieren sich oft die Finger wund, um einen freien Platz ausfindig zu machen. Bislang gibt es kein digitales System, welches den Bürgern im Land Bremen freie Pflegeplätze anzeigt.

Austausch im digitalen Format

Genau darüber haben sich Studierende der Universität Bremen Gedanken gemacht, und ihre Projekte gestern im Rahmen der Videokonferenz "Smarte Pflegeplatzsuche für das Land Bremen" vorgestellt. Die Veranstaltung stand jedem offen und bot eine Mischung aus Impulsvorträgen und Austausch in Kleingruppen. Etwa 60 Gäste nutzten das Angebot. 

Von der Idee zur Lösung

Dr. Martin Holi und Dr. Denis Pijetlovic aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft bildeten den Auftakt der Veranstaltung und gaben einen Einblick, wie es zu der Idee kam und schauten auf das vergangene Semester zurück. "Zum Profil unserer Lehrveranstaltungen gehört es Praxisprojekte im universitären Feld zu initiieren, die den Transfer von digitalen Kompetenzen in die Praxis befördern sowie eine Brücke zwischen Unternehmen und Hochschule schlagen soll. Diese Aufgabe ist mit dem gesellschaftsrelevanten Thema Pflegeplatzsuche gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse und Botario hervorragend gelungen“, so Pijetlovic.

Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a. D. ging in seinem Grußwort darauf ein, wie wichtig ein Überblick über Pflegeangebote in Bremen ist: "Ein Überblick würde einladen, sich mehr mit Pflege zu beschäftigen."

Auch Dr. Susanne Klein, vom Kooperationspartner Techniker Krankenkasse Landesvertretung Bremen, begrüßte die Gäste: "Als Projektpartner freuen wir uns, aktiv Studierende in ihren Projekten zu spannenden und innovativen Gesundheitsthemen begleiten zu können. Einige tolle Ideen sind auf diesem Weg schon entwickelt worden. Wir wünschen uns eine digitale Plattform für Pflegeplatzsuchenden, die uneingeschränkt erreichbar ist und eine KI-Basierte Erstberatung bietet."

In kleinen Pitches präsentierten Studierende aus den Fachbereichen Human- und Gesundheitswissenschaften und Wirtschaftswissenschaft ihre innovativen Lösungsstrategien zur digitalen Pflegeplatzsuche und gaben damit spannende Impulse.

Neele Schumacher, Studierende des Masterstudiengangs Public Health: "Wir sind dankbar mit der TK einen Projektpaten an unserer Seite zu haben, der uns bei unserem Vorhaben unterstützt. Mit einer Onlineplattform zur Pflegeheimplatzsuche soll in Bremen eine nachhaltige Veränderung mit effizienter und schneller Verteilung der Pflegeheimplätze geschaffen und hierdurch die Zufriedenheit Pflegeplatzsuchender gesteigert werden.“

Das Projekt von Professor Ansgar Gerhardus aus dem Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften umfasst die theoretische Konzeption einer Onlineplattform, die eine gezielte Suche nach einem freien Pflegeheimplatz ermöglicht und eine Wartelistenoption anbietet. "Es ist schön zu sehen, dass die Studierenden mit ihrer Forschung zu einer besseren Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf beitragen können."

Breakout-Sessions zur Diskussion

Im Anschluss an die Pitches boten kleine Breakout-Sessions die Möglichkeit zur Diskussion und Weiterentwicklung der Thematik.

Als Fazit lässt sich festhalten: Ein "Smarte Pflegeplatzsuche" bietet große Chancen für die Patientenversorgung. Bremen sollte am Thema und in der Diskussion bleiben.

Hinweis für die Redaktion

Mehr zum Projekt erfahren Sie unter den folgenden Links:

Das Forschungsprojekt  Online Pflegeheimplatzsuche (PDF, 4,6 MB, nicht barrierefrei) .

Smarte Pflegesatzsuche:  Der KI-basierte Chatbot Tikay (PDF, 2,5 MB, nicht barrierefrei) .

Wie der Chatbot funktioniert, zeigt ein kurzer Film.