Mit Hilfe digitaler Anwendungen kann der Wunsch vieler Menschen erfüllt werden, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. 

Neben den beruflich Pflegenden dürfen wir die pflegenden Angehörigen nicht aus den Augen verlieren. Mehr als 70 Prozent der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg werden von ihrer Familie versorgt. Dies entspricht dem Wunsch der meisten Menschen, möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Gerade für diese Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bietet der technische Fortschritt Chancen auf Entlastung.

So hat die TK den TK-PflegeCoach entwickelt, den Pflegende mittels Smartphone, Tablet oder PC niedrigschwellig und mit geringem Aufwand nutzen können. Als digitaler Pflegekurs - oder als mobiles Nachschlagewerk - vermittelt der Coach Pflege-Know-how auf lern- und pflegewissenschaftlicher Grundlage. Pflegenden Angehörigen von TK-Versicherten steht außerdem das kostenlose Online-Angebot pflegen-und-leben.de zur Verfügung, das in Belastungssituationen Rat und Hilfe durch ein speziell geschultes Psychologenteam bietet.

Auch mit einer neuen Satzungsleistung stellt die TK Weichen für die Nutzung digitaler Hilfsmittel. Beginnend im Bereich der Krankenversicherung können TK-Versicherte dafür künftig einen Zuschuss von 300 Euro pro Kalenderjahr erhalten. Denn digitale Hilfen können den Versorgungsalltag unterstützen. So sorgen etwa smarte Technologien für mehr Sicherheit bei Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Leider werden solche Smart-Home-Lösungen noch nicht im Leistungskatalog der Pflegeversicherung berücksichtigt. Die TK setzt sich daher auf Bundesebene dafür ein, dass der Leistungskatalog der Pflegeversicherung entsprechend erweitert wird.

Die Leistungen für sogenannte "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" sollten im Bereich der technischen Hilfen im Haushalt auch für technische Assistenz- und Überwachungssysteme eingesetzt werden dürfen, die Pflegebedürftigen helfen, länger zuhause leben zu können. Die Landesregierung will alltagsunterstützende Technologien und digitale Anwendungen durch eine Neuregelung im LPSG fördern.

Seit 2011 fördert das Ministerium für Soziales und Integration zudem im Innovationsprogramm Pflege Projekte mit Leuchtturmcharakter; für 2019 sind Zuschüsse in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro geplant. Auch im Pflegepersonalstärkungsgesetz sind Investitionen in die Digitalisierung von Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Weitere pflegebezogene Mittel wurden 2017 im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung zur Verfügung gestellt, um die medizinische und pflegerische Versorgung durch digitale Lösungen zu verbessern. Dabei erhält allein das Handlungsfeld Pflege im Jahr 2017 eine Million Euro. Dieses Engagement verdient hohe Anerkennung. Doch verändert der Digitalisierungsprozess die gesamte Pflegebranche so schnell, dass zusätzliche Maßnahmen unumgänglich erscheinen.

Die TK schlägt vor:

Das Innovationsprogramm Pflege wird dauerhaft um den Förderschwerpunkt Digitalisierung erweitert. Außerdem werden alle weiteren, bestehenden und geplanten Fördermaßnahmen im Bereich der Pflege im Land transparent gebündelt und aufeinander abgestimmt.

#Update Altenpflege - Impulspapier der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg