Der persönliche Arztbesuch und Aufenthalt in einem Wartezimmer birgt auch immer die Gefahr, sich bei anderen Patienten anzustecken. Wo es möglich ist, sollten deshalb Patienten auch per Video-Sprechstunde betreut werden können. In ausgewählten Pflegeeinrichtungen in Sachsen wird das bereits getestet. Gerade dort kommt diese Lösung in der jetzigen Zeit sehr gut an. 

Generell dürfen Ärzte derzeit ihre Patienten einfacher per Video behandeln. Im Normalfall können Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal nur maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video behandeln. Auch durften bislang insgesamt nur 20 Prozent der Leistungen eines Arztes per Video-Sprechstunde erbracht werden. Diese Beschränkungen sind aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus derzeit ausgesetzt. 

Zusätzlich besteht im Moment die Möglichkeit, dass Patienten, die über leichte Erkrankungen der oberen Atemwege klagen, per Telefon von ihrem Arzt für bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden können.

Video-Sprechstunde wird sich durchsetzen

Auch unabhängig von der aktuellen Situation wird sich die Video-Sprechstunde auf absehbare Zeit durchsetzen, weil sie für die Patienten praktisch ist. Sei es eine Erkältung oder eine leichte Magen-Darm-Verstimmung, die Video-Sprechstunde könnte den Arztbesuch gut ersetzen, wenn es beispielsweise nur um eine Krankmeldung für den Arbeitgeber geht. Auch in den Arbeitsalltag ließe sich eine Video-Sprechstunde besser integrieren als ein physischer Arztbesuch, z. B. um sich ein Folgerezept ausstellen zu lassen oder um ein Nachsorge-Gespräch mit dem Arzt zu führen.

Technik vorantreiben

Immer mehr Ärzte schätzen aktuell die Vorteile der Video-Sprechstunden. Das zeigt sich an den aktuellen Meldungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Allein im März 2020 verzeichnete die KBV 19.500 Anzeigen von Ärzten zur Video-Sprechstunde. Das sind 1.047 Prozent mehr als im Januar und Februar dieses Jahres.

Sachsen hat mit der Aufhebung des Fernbehandlungsverbots bereits 2018 als eines der ersten Bundesländer den Weg für Video-Sprechstunden geöffnet. Zahlreiche Akteure im sächsischen Gesundheitswesen sind aufgeschlossen, diese Technik weiter voranzutreiben.