Die Bereitschaft im Land die Versorgung eines pflegebedürftigen Angehörigen zu übernehmen ist groß. Dies zeigt die repräsentative Forsa-Umfrage "Meinungspuls Pflege" im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). So gaben 89 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland an, sich entweder vorstellen zu können, die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen oder dies sogar bereits getan zu haben. Wie die TK-Landesvertretung außerdem bestätigt, würden 62 Prozent der Interviewten an Rhein, Main und Saar auch eine Reduzierung Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit in Betracht ziehen, um sich um einen Angehörigen kümmern zu können. "Angesichts der intensiven Diskussion hinsichtlich eines zunehmenden Fachkräftemangels in der Pflege, zeigt diese Studie deutlich, dass der Löwenanteil der so genannten "informellen Pflege" auch künftig von Angehörigen übernommen wird - trotz wandelnder Familien- und Lebenskonzepte", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung.

"Doch vielen Menschen ist zu Beginn der Pflegetätigkeit nicht bewusst, wie fordernd es sein kann, jemanden zu pflegen - insbesondere, wenn man dies über viele Jahre stemmt. Deshalb arbeitet die TK an verschiedenen digitalen Lösungen, um Pflegende und Pflegebedürftige zu entlasten und sie zu unterstützen", erklärt Simon. Es gehe dabei nicht etwa darum, Menschen durch Roboter zu ersetzen, sondern mittels digitaler Angebote den Alltag professionell und informell Pflegender zu erleichtern, so dass mehr Menschlichkeit möglich sei, ergänzt der TK-Landeschef.

Und die Akzeptanz, digitale Hilfsmittel zu diesem Zweck einzusetzen, ist hoch - auch das zeigt die Forsa-Studie. Demnach würden 96 Prozent der Befragten Rheinland-Pfälzer, Saarländer und Hessen digitale Technologien nutzen, wenn dies ermöglicht, länger in der eigenen Wohnung zu bleiben. "Das können Sensoren sein, die Stürze melden oder registrieren, ob der Betreffende morgens aufgestanden ist, aber auch ein intelligenter Herdwächter, der bei starker Rauchentwicklung den Herd abdreht", erläutert Simon. Darüber hinaus können sich mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer in diesen drei Bundesländern vorstellen, durch Roboter-Technik bei der Hausarbeit unterstützt zu werden.

"Aus Sicht der TK muss sich auch die Pflegeversicherung nicht nur der demografischen - sondern auch der digitalen Entwicklung stellen. Dazu gehört, Pflegebedürftige dabei zu unterstützen mit digitaler Hilfe, möglichst lange selbständig zu bleiben. Zu diesem Zweck sollten digitale "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" auch finanziell von der Pflegeversicherung getragen werden", fordert Simon.