Mainz, 30. Oktober 2020. Die Pflege eines Menschen kann sehr bereichernd sein. Gleichzeitig kostet diese Tätigkeit aber auch sehr viel Kraft. Die demografische Entwicklung und der sich verschärfende Fachkräftemangel verlangt Pflegekräften zusätzlich viel ab. Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie den Druck auf die Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, zusätzlich erhöht.

Angesichts dieser Herausforderungen ist es oft nicht leicht, sich im Alltag eine Portion Gelassenheit und Leichtigkeit zu bewahren. Doch das kann man lernen! Davon ist Trainer und Moderator Felix Gaudo überzeugt. Am 30.10.2020 bietet dieser im Auftrag der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD), der Pflegekammer Rheinland-Pfalz sowie der Marienhaus Unternehmensgruppe GmbH ein 90-minütiges digitales Seminar an. Dieses richtet sich gezielt an Pflegekräfte und ist kostenfrei. Primäres Ziel ist es, die Teilnehmer dabei zu unterstützen, sich ein Handlungsrepertoire anzueignen, mit dem sie widerstandsfähiger gegenüber Stress werden, Druck reduzieren und im Team besser kommunizieren können.

Engagement wird fortgesetzt

"Nachdem unsere Veranstaltung "Hilfe für Helfende", das wir im vergangenen Jahr beruflich und privat Pflegenden mit dem Ziel der Resilienzförderung anboten, auf so großen Zuspruch stieß, haben wir entschieden, unser Engagement mit einem Online-Seminar zum Thema "Gelassenheit in der Pflege" fortzusetzen", sagt Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). Simon: "Mit Coach und Trainer Felix Gaudo haben wir einen Seminarleiter für uns gewinnen können, der schon seit vielen Jahren zum Beispiel mit Pflegekräften auf  Onkologie- und Palliativstationen arbeitet, um diese dabei zu unterstützen, sich Strategien zur besseren Stressbewältigung anzueignen. Außerdem freuen wir uns sehr, dass das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium auch dieses Mal unser Anliegen unterstützt. Als starken Partner haben wir erneut die Landespflegekammer an unserer Seite sowie die Marienhausgruppe GmbH."

Humor kann helfen

"Gerade um in Situationen großer, emotionaler Belastung besser zurecht zu kommen, kann es beispielsweise sehr hilfreich sein, einen Blick durch die "Humor-Brille" zu werfen. Das lässt sich trainieren und kann eine Strategie sein, um Stress zu mildern und Konflikte zu deeskalieren. Ich freue mich sehr über die Gelegenheit mit der TK und den anderen Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten und Pflegekräften bei ihrer so wertvollen Arbeit helfen zu können", erklärt Moderator und Trainer Felix Gaudo.

"Der Bereich der Pflege ist mehr denn je mit großen Herausforderungen konfrontiert. Hierzu zählt nicht nur der zunehmende Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigender Zahl älterer Menschen, sondern auch all das, was Pflegekräfte aktuell zur Bewältigung der Corona-Pandemie leisten. Hierfür verdienen sie größtmögliche Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung. Wir begrüßen es sehr, dass die TK ihr Engagement zur mentalen Stärkung von Pflegenden fortsetzt und stehen daher sehr gerne wieder an der Seite der TK und der anderen Kooperationspartner", betonte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Gesundheitsministerin des Landes Rheinland-Pfalz.

Gesundheit der Pflegenden beachten

"Der berufliche Alltag einer Pflegekraft ist in emotionaler Hinsicht sehr fordernd, da er sich zwischen intensiven Polen von Glück, Leid und Trauer bewegt. Das bringt viele Pflegekräfte an ihr Limit, weshalb nicht wenige von ihnen sich schließlich für Teilzeitmodelle entscheiden oder sogar den Tätigkeitsbereich verlassen. Neben politischen Maßnahmen, die erst langfristig greifen können, unterstützen wir daher sehr gerne Ansätze, die unmittelbar und ohne viel Aufwand den Pflegenden zu Gute kommen. Auch in der Ausbildung zur Pflegekraft ist es wichtig, stets das Thema der Gesundheitsprävention zu berücksichtigen", betonte Professor Brigitte Anderl-Doliwa, Vorstandsmitglied der Pflegekammer Rheinland-Pfalz und Lehrende der Katholischen Hochschule in Mainz.

"Angesichts des immer größer werdenden Fachkräftemangels und zunehmender Arbeitsverdichtung ist auch bei Pflegekräften das Risiko hoch, dass - trotz der sinnstiftenden Tätigkeit - Freude in Frust umschlägt. Experten schätzen, dass rund ein Drittel der Pflegekräfte - sei es im stationären oder auch ambulanten Sektor - Burn-Out-gefährdet ist. Wir freuen uns daher, Teil dieser außergewöhnlichen Aktivität zu sein, welches das Ziel verfolgt, Pflegenden Strategien mit an die Hand zu geben, mit denen Sie sich selbst niedrigschwellig und einfach im Alltag entlasten können", sagte Christoph Wagner, Geschäftsführer der Marienhaus Kliniken.