Saarbrücken, 14. September 2018. Die meisten Menschen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen sind dazu bereit, einen nahen Angehörigen zu pflegen. Ganze 89 Prozent können sich vorstellen, sich mehrere Stunden pro Woche um ihre Eltern oder den Lebenspartner zu kümmern. Das geht aus der repräsentativen Studie "Meinungspuls Pflege" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die von Forsa durchgeführt wurde.

Von den Berufstätigen, die sich die Pflege von nahen Angehörigen vorstellen können, würden auch viele im Job kürzer treten: 62 Prozent wären bereit die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren, 14 Prozent eine Auszeit zu nehmen und 9 Prozent sogar den Job ganz aufzugeben. Bundesweit wären 20 Prozent zu einer längeren Auszeit bereit.

Unterschiede gibt es allerdings bei der Frage, welche Pflegetätigkeiten für die Befragten vorstellbar wären. Generell ist die Bereitschaft zu körperlicher Pflege geringer als etwa zu Hilfe im Haushalt: Von allen Befragten wären in den drei Bundesländern 42 Prozent dazu bereit, den Pflegebedürftigen Inkontinenzvorlagen zu wechseln oder die Bettpfanne zu leeren. Das bedeutet den letzten Platz im Bundesvergleich. Dagegen können sich fast alle vorstellen, Zeit mit den Angehörigen zu verbringen oder Erledigungen wie Einkäufe oder Behördengänge zu übernehmen.

Wenn es um die eigene Pflege geht, wollen acht von zehn Befragten am liebsten zu Hause gepflegt werden. Immerhin 55 Prozent können sich vorstellen, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Auf Platz drei landet mit 38 Prozent die Möglichkeit, sich bei Angehörigen in deren Zuhause pflegen zu lassen.

Pflegende Angehörige unterstützen

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Pflege durch Angehörige auch in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, diese Menschen bei den Herausforderungen des Pflegealltags zu unterstützen", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung.

Entlastungsmöglichkeiten kann dabei auch die Digitalisierung bieten - sowohl für pflegende Angehörige als auch für professionelle Pflegekräfte. Für die häusliche Pflege wurde in diesem Jahr der TK-Pflege-Coach entwickelt. Dieser bietet dieMöglichkeit, sich zu Hause schnell, unkompliziert und nach eigenem Zeitplan zu informieren.

Die TK setzt sich außerdem dafür ein, dass die soziale Pflegeversicherung auch Smart-Home-Lösungen wie Sturzsensoren berücksichtigt, damit Pflegebedürftige länger selbstbestimmt und sicher in der eigenen Wohnung leben können.

Hinweis für die Redaktion

Im Auftrag der TK hat Forsa im April 2018 für den TK-Meinungspuls Pflege bevölkerungsrepräsentativ 1.007 Menschen in Deutschland zum Thema Pflege befragt. In computergestützten Telefoninterviews wurden in Privathaushalten lebende Personen ab 18 Jahren befragt. Die Stichprobe ist nach Region, Geschlecht, Alter und Bildung gewichtet. Unter www.tk.de stehen weitere Ergebnisse zur Verfügung.