Hannover, 17. Dezember 2018. Die Pflegebereitschaft in Norddeutschland ist groß: 84 Prozent sind grundsätzlich dazu bereit, zum Beispiel ihre Eltern oder Lebenspartner mehrere Stunden in der Woche zu pflegen. Die Hälfte dieser "Pflegebereiten" würde für diese Aufgabe im Beruf kürzer treten und Stunden reduzieren und 15 Prozent würden sogar eine längere Auszeit nehmen. Das geht aus der Forsa-Umfrage "Meinungspuls Pflege" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

Wunsch: Zu Hause alt werden

Wenn es um die eigene Pflege geht, möchte die große Mehrheit - 87 Prozent - der Menschen im Norden zu Hause gepflegt werden. 45 Prozent kann sich ebenso vorstellen, bei Angehörigen gepflegt zu werden. Rund neun von zehn wünschen sich zudem, dass professionelle Kräfte die Pflege zu Haus übernehmen, mehr als die Hälfte kann sich aber genauso eine Versorgung durch nahe Angehörige vorstellen.

Digitale Chancen in der Pflege nutzen und Angehörige unterstützen

"Die Zahlen machen deutlich, welch große Bereitschaft in der Bevölkerung besteht, im Bereich Pflege selbst Verantwortung zu übernehmen. Die Pflege von Angehörigen ist für die Pflegenden allerdings oft ein Fulltimejob, der an die Grenze der Belastung führen kann", so Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. "Den pflegenden Angehörigen fehlt oft die Zeit an einem Pflegekurs teilzunehmen oder sich außer Haus zu informieren. Die Digitalisierung bietet hier große Potenziale, sie zeitlich und örtlich flexibel zu unterstützen", betont Holldorf. Die TK bietet den Pflegenden seit Mitte des Jahres mit dem digitalen TK-Pflege-Coach eine Möglichkeit, sich von zu Hause aus schnell und unkompliziert zu informieren.

TK Pflege-Coach: Interaktive Elemente in vier Modulen

Als digitaler Pflegekurs - oder als mobiles Nachschlagewerk - vermittelt der Coach Pflege-Know-how auf wissenschaftlicher Grundlage. Die Anwendung können Pflegende auf Smartphone, Tablet oder PC nutzen. Der Online-Kurs umfasst vier Module: "Verständnis und Zuwendung", "Die Pflegeumgebung", "Richtig pflegen" und "Selbstschutz". "Wir haben darauf geachtet, dass die Pflegenden viele praktische Tipps und Anleitungen finden, die sie sofort anwenden können", erläutert Holldorf. Zum TK-Pflege-Coach gehören deshalb interaktive Elemente wie Fragebögen zum eigenen Pflegealltag und zu individuellen Belastungen. Pflegetechniken, zum Beispiel die Ganzkörperwäsche im Bett oder Hebetechniken, vermittelt der Online-Kurs per Video.

Der TK-Pflege-Coach ist in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der RWTH Aachen entstanden, das die Inhalte erstellt und programmiert hat. Die im Coach eingesetzten E-Learning-Methoden werden parallel von der Hochschule evaluiert.

Hinweis an die Redaktion

Im Auftrag der TK befragte Forsa im April 2018 für den TK-Meinungspuls Pflege bevölkerungsrepräsentativ 1.007 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland zum Thema Pflege.

Unter den Begriff Norddeutschland werden die Länder Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst. Die Stichprobe betrug 182 Personen.

Der TK-Pflege-Coach steht als webbasierte Anwendung unter www.tkpflegecoach.de zur Verfügung. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Pflegenden Angehörigen von TK-Versicherten steht zudem kostenlos das Angebot pflegen-und-leben.de zur Verfügung. Hier erhalten sie online Unterstützung in Belastungssituationen durch ein speziell geschultes Psychologenteam.

Ansprechpartner Presse

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