Berlin, 22. August 2019. Pflegekräfte in Berlin bleiben der Arbeit krankheitsbedingt durchschnittlich an 25,2 Tagen im Jahr fern. Im Vergleich der Bundesländer weist Berlin die zweithöchste Zahl von Ausfalltagen bei diesen Berufen auf. Das geht aus aktuellen Daten des TK-Gesundheitsreports hervor. Nur im Nachbarland Brandenburg waren Pflegende 2018 mit 26,3 Tagen pro Jahr noch länger krankgeschrieben.

Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg: "Es ist ein deutliches Signal, wenn Beschäftigte in der Pflege längere Ausfallzeiten haben als in anderen Bereichen. Die Arbeit ist körperlich und emotional sehr anspruchsvoll. Pflegende brauchen unsere Unterstützung. Das reicht von besseren Arbeitsbedingungen bis hin zu größerer Wertschätzung." Auch die Digitalisierung kann die Arbeitsabläufe vereinfachen. Hertzer: "Deshalb ist es wichtig, digitale Prozesse auch in der Pflege zu stärken."

Knapp jeder fünfte Ausfalltag wegen psychischer Erkrankungen

Bundesweit fielen Pflegekräfte im Schnitt an 23 Tagen aus. Die Vergleichsgruppe aller Beschäftigten weist knapp 15 AU-Tage auf. Die meisten Ausfalltage (22 Prozent) gingen bei Pflegenden in Berlin auf das Konto von psychischen Erkrankungen, dicht gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (18 Prozent). Auch bei diesen Diagnosen liegt die Pflegebranche über dem Durchschnitt aller Beschäftigten. Hier entfallen rund 16 Prozent der Ausfalltage auf psychische Krankheiten und 17,4 Prozent auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.

Zufriedenheit der Mitarbeiter mit Digitalisierung verbessern

Mit schnellen und digitalen Arbeitsprozessen kann die Zufriedenheit der Mitarbeiter gefördert werden. Die Berliner Internistin Dr. Irmgard Landgraf wurde bereits mehrfach für ihre digitale Arbeit in einem Berliner Pflegeheim ausgezeichnet. Dort betreut sie als niedergelassene Ärztin rund 150 Pflegeheimbewohner. Schon heute nutzen sie und die Pflegekräfte eine elektronische Pflegeakte, die den Austausch beschleunigt und vereinfacht. Dr. Irmgard Landgraf betont: "Durch unsere zeitnahe digitale Kommunikation bin ich als Ärztin immer frühzeitig über alle Beschwerden meiner Patienten informiert und kann sehr schnell intervenieren, auch ohne Hausbesuch." Dadurch werden auch Krankenhauseinweisungen deutlich reduziert. Landgraf: "Diese Art der Zusammenarbeit ist für Pflegekräfte sehr befriedigend. Sie arbeiten mit mir auf Augenhöhe zusammen, wissen, wie sehr ich ihre Arbeit wertschätze und können sicher sein, dass alle ihre Informationen nicht nur bei mir ankommen, sondern ich darauf auch umgehend reagiere. Ein schöner Nebeneffekt: Der Krankenstand bei Pflegekräften in unserer Einrichtung ist unterdurchschnittlich niedrig, die Fluktuation extrem gering."

Hinweis an die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,2 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Daten der TK-Gesundheitsreporte stehen online unter tk.de (Suchnummer 2034298). Im TK-Fehlzeitentool lassen sich die Reportdaten beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern.

Die TK-Länderreporte