Rund 3 Millionen Menschen sind in Deutschland schon heute pflegebedürftig - Tendenz steigend. Dennoch hatte jeder Dritte innerhalb der vergangenen fünf Jahre keinerlei Bezug zur Pflege und keinerlei Kontakt zu Betroffenen. 42 Prozent stehen einer pflegebedürftigen Person nahe und 15 Prozent pflegen eine Person im eigenen Haushalt.

Dabei nimmt der Anteil derjenigen mit losem Kontakt mit zunehmendem Alter ab. Während unter den 18- bis 39-Jährigen etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) angibt, jemanden zu kennen, der einen Angehörigen pflegt, sind es unter den über 60-Jährigen lediglich 42 Prozent. Dahingegen steigt der Anteil der aktiv Pflegenden an: 24 Prozent der Menschen ab 60 Jahren haben in den vergangenen fünf Jahren einen Angehörigen im gleichen Haushalt gepflegt, bei den 18- bis 39-Jährigen liegt der Anteil bei 8 Prozent. 

Jeder Dritte hat keinerlei Bezug zu Pflege

TK-Infografik zum Kontakt mit pflegebedürftigen Personen in den letzten fünf Jahren. Basierend auf TK-Meinungspuls Pflege 2018. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Ein Drittel der Befragten hatte in den letzten fünf Jahren keinerlei Kontakt zu Pflegebedürftigen oder zum Thema Pflege. Das zeigt der TK-Meinungspuls Pflege 2018.

In jedem achten Haushalt lebt ein Pflegebedürftiger

Der Anteil derer, die sich um eine pflegebedürftige Person im eigenen Haushalt kümmern, hängt - wenig verwunderlich - vom Alter ab: Während acht Prozent der 18- bis 39-Jährigen zu Hause pflegen, ist es bei den über 60-Jährigen knapp jeder Vierte (24 Prozent). Im Schnitt haben 15 Prozent der Menschen einen Pflegebedürftigen im Haushalt. Pflege zu Hause ist auch eine Frage des Einkommens: Unter den Geringverdienern gab jeder Vierte an zu pflegen - bei jenen mit einem Nettomonatseinkommen über 4.000 Euro waren es lediglich sieben Prozent.

Pfle­ge­fälle in Haus­halten

TK-Infografik zum Anteil der Haushalte mit einer pflegebedürftigen Person nach Alter. Basierend auf TK-Meinungspuls Pflege 2018. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Während 8% der 18- bis 39-Jährigen einen Pflegebedürftigen im Haushalt haben, ist es bei den Über-60-Jährigen knapp jeder Vierte (24%). So der TK-Meinungspuls Pflege 2018.

Mehrheit will im Alter in den eigenen vier Wänden leben

83 Prozent wollen auch bei Pflegebedürftigkeit in der eigenen Wohnung bleiben. Für 59 Prozent kommt ebenfalls eine Gemeinschaft mit anderen Senioren in Frage. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) kann sich die Unterbringung in einem Pflegeheim vorstellen.

Stra­ßen­um­frage: Wie möchten Sie gepflegt werden? Stra­ßen­um­frage im Auftrag der TK


Dabei zeigen sich Unterschiede hinsichtlich des Beziehungsstatus: 54 Prozent der Menschen in Beziehung können sich ebenfalls vorstellen, bei einem Angehörigen zuhause gepflegt zu werden, wohingegen es unter den Singles lediglich 39 Prozent sind.

Wo möchten Sie gepflegt werden?

TK-Infografik zum gewünschten Pflegeort. Basierend auf TK-Meinungspuls Pflege 2018. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Sofern sie dort alle benötigte Unterstützung erhalten, geben beim TK-Meinungspuls Pflege 2018 83 % an, dass sie auch bei eigener Pflegebedürftigkeit zu Hause wohnen bleiben wollen.

Menschen wollen professionell gepflegt werden

Angehörige sind in Deutschland der größte Pflegedienst. Dennoch überwiegt der Wunsch nach Pflege durch professionelle Kräfte: 83 Prozent der Menschen geben an, dass sie bei Bedarf von professionellen Pflegekräften versorgt werden wollen. 62 Prozent der Menschen können sich vorstellen, von nahen Angehörigen unterstützt zu werden. Nur 28 Prozent wünschen sich, dass Freunde oder Bekannte die eigene Pflege übernehmen.

Profes­sio­nelle Distanz ist wichtig

TK-Infografik zum Wunsch nach Professionalität des eigenen Pflegepersonals. Basierend auf TK-Meinungspuls Pflege 2018. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
83 Prozent der Menschen geben an, dass sie bei Bedarf von professionellen Pflegekräften versorgt werden wollen. Das geht aus dem TK-Meinungspuls Pflege 2018 hervor.

Nur die Hälfte der Menschen beschäftigt sich mit Pflege

2030 sollen rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein. Dennoch haben sich erst 53 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal mit dem Thema Pflegeversicherung befasst. Deutlich weniger präsent als im Durchschnitt, ist das Thema in Haushalten mit Kindern: Dort haben sich 44 Prozent der Befragten mit der Pflegeversicherung auseinandergesetzt, unter den 18- bis 39-Jährigen sind es nur 39 Prozent. Unter denjenigen mit Pflegeerfahrung hat sich hingegen bereits jeder Zweite (65 Prozent) diesbezüglich schon Gedanken gemacht.

Wer beschäf­tigt sich mit dem Thema Pflege?

TK-Infografik zum Anteil der Befragten, die sich mit dem Thema Pflege beschäftigt haben, laut TK-Meinungspuls Pflege 2018. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Nur etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland hat sich bereits Gedanken über das Thema Pflege gemacht (53 %). Das geht aus den Zahlen des TK-Meinungspulses Pflege 2018 hervor.

Hinweis für die Redaktion

Im Auftrag der TK befragte Forsa im April 2018 für den TK-Meinungspuls Pflege bevölkerungsrepräsentativ 1.007 Menschen in Deutschland zum Thema Pflege. In computergestützten Telefoninterviews wurden in Privathaushalten lebende Personen ab 18 Jahren befragt. Die Stichprobe ist nach Region, Geschlecht, Alter und Bildung gewichtet.