Auch bei der telemedizinischen Versorgung werden Pflegekräfte künftig eine Schlüsselrolle einnehmen. Denn sie sind es, die digitale Gesundheitsanwendungen am und mit dem Patienten nutzen, ihn dabei beraten und betreuen. Deshalb ist eine Modernisierung der Aus- und Weiterbildungsstrukturen in den Pflegeberufen dringend erforderlich.

Die eingeleitete Reform der Pflegeberufe legt die grundlegenden Ausbildungsziele für Pflegefachkräfte fest und beauftragt eine Fachkommission mit der Erarbeitung eines Rahmenplans. In der zugehörigen Ausbildungsverordnung wird zudem ein Kompetenzcluster für Pflegefachkräfte entwickelt.

Die TK hält die Aneignung telemedizinischer Kernkompetenzen in der pflegerischen Ausbildung für zwingend notwendig. Dazu sollten Grundlagen der Technik und des Informationsmanagements sowie praxisorientierte telemedizinische Anwendungen in die Ausbildung integriert und über Module des lebenslangen Lernens beständig gefördert werden. Die Landesregierung sollte hierauf bei der Umsetzung der Pflegeberufereform achten.

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung hat die Bundesagentur für Arbeit den Trend zur Digitalisierung der Pflege anerkannt. Sowohl in der Anpassungs- als auch in der Aufstiegsweiterbildung entwickelt sich das Themenfeld ihrer Meinung nach zu einem wichtigen Weiterbildungsthema.

Die TK schlägt vor:


In Baden-Württemberg widmet sich der Beirat für Digitalisierung in Medizin und Pflege auch dem Thema Aus- und Weiterbildung in telemedizinischen Kernkompetenzen. Mit der Expertise der Mitglieder und gegebenenfalls durch Beauftragung einer externen Institution wird ein Konzept für einen E-Learning Kurs erarbeitet.

Mit dieser Teleausbildung können sich Angehörige der Gesundheitsfach- und -assistenzberufe, vor allem auch Pflegekräfte, fortbilden und auf die Anwendungsmöglichkeiten digitaler Techniken im Pflegealltag vorbereiten. Neben der Tele-Ausbildung sind auch Praxistrainings, wie etwa ein "Digital Health Manager IHK" nach bayerischem Vorbild, denkbar. Wünschenswert wäre, dass die Landesregierung insoweit aktiv auf die Weiterbildungspartner zugeht.

#Update Altenpflege - Impulspapier der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg