Herr Vogt, welche Erwartungen verbinden Sie mit dem LPSG?

Wir hoffen, dass die im Gesetz signalisierte Aufbruchsstimmung in der Pflege hin zu neuen Beratungsformen und digitalen Anwendungen in der Realität auch ankommt. Sinnvoll wäre eine landesweite „Online-Informationsplattform Pflege“, auf der zum Beispiel die Heime freie Plätze melden. Die Pflegestützpunkte könnten ihre Termine und Beratungsangebote einstellen.

Und warum sollten die Mitarbeiter dort nicht auch für Video-Interviews mit pflegenden Angehörigen zur Verfügung stehen?

Warum ist dieser Aspekt besonders wichtig für Sie?

Aus unserer aktuellen Umfrage "Meinungspuls Pflege" wissen wir, dass gute und an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Beratungsangebote - die jederzeit verfügbar sind - für über 80 Prozent der Menschen im Südwesten genauso wichtig sind wie finanzielle Unterstützung.

Nur die Unterstützung durch Freunde und Angehörige wird im Pflegefall als noch wichtiger erachtet.

Mit dem Positionspapier "Update Altenpflege" hat die TK-Landesvertretung eigene Forderungen zur Weiterentwicklung der Altenpflege aufgestellt. Finden Sie die in dem Gesetz wieder? 

Da gibt es durchaus einige Schnittmengen. Die Förderung der Digitalisierung in der Pflege gehört auf jeden Fall dazu. Die Vernetzung von Beratungsangeboten haben auch wir auf der Agenda.

Daneben gibt es natürlich noch Punkte, die wir mit unserem Positionspapier zusätzlich abdecken wie etwa einen Masterplan für Pflegeberufe, Verbesserungen in der Aus- und Weiterbildung, Änderungen in der Heimaufsicht oder die Reduzierung von freiheitseinschränkenden Maßnahmen in Pflegeheimen.

Entwurf Landespflegestrukturgesetz

TK-Positionspapier "Update Altenpflege"