Die Zukunft der Pflege steht ganz oben auf der gesellschaftlichen und politischen Agenda. Auf Baden-Württemberg kommen große Herausforderungen zu.

Herr Vogt, mit dem Impulspapier "Update Altenpflege" verlässt die TK ihre fast schon traditionellen Themen wie Digitalisierung und Telemedizin und richtet den Blick auf die Altenpflege. Wie kommt das?

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Andreas Vogt, Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

In der Tat ist das ein Thema, mit dem wir uns so intensiv bisher noch nicht beschäftigt haben. Doch angesichts der demografischen Entwicklung und auch der Intensität, mit der gerade in Baden-Württemberg Konzepte und Gesetze vorgestellt werden, möchten wir einen Beitrag zur Debatte leisten.

Außerdem bietet die Digitalisierung auch in der Altenpflege viele Chancen. Zum einen für die Pflegekräfte, die bei der telemedizinischen Versorgung in Zukunft eine Schlüsselrolle übernehmen werden. Zum anderen für die Pflegebedürftigen, die mit Hilfe von Smart-Home-Lösungen länger in den eigenen vier Wänden leben können.

Was ist die zentrale Botschaft des Papiers?

Der Pflegeberuf muss eindeutig attraktiver werden! Wenn das nicht gelingt, sind alle weiteren Bemühungen vergeblich. Dieses Ziel möchten wir mit verschiedenen Maßnahmen erreichen: Grundlage ist eine angemessene Vergütung. Deshalb treten wir dafür ein, dass auch in Baden-Württemberg Pflegekräfte besser bezahlt werden.

Mehr Geld allein reicht allerdings nicht aus, wenn sich nicht zugleich die konkreten Arbeitsbedingungen verbessern und die Arbeitsorganisation insgesamt im Interesse der Pflegekräfte flexibler wird. Gute Beispiele aus der Praxis möchten wir mit einem landesweiten Award "Lebenswerter Arbeitsplatz Pflege" auszeichnen, damit solche Ideen auch bekannt werden.

Was sind darüber hinaus Ihre Positionen und Forderungen?

Wir schlagen unter anderem eine landesweite "Informationsplattform Pflege" vor, auf der Beratungsangebote für pflegende Angehörige ebenso abgerufen werden können wie aussagekräftige Qualitätsberichte über Pflegeheime. Das Land sollte die Infrastruktur dafür bereitstellen, Pflegeexperten ein Konzept entwickeln. Ein solches Portal würde einen Schub für die Beratungs- und Qualitätstransparenz auslösen.

Wir sehen uns dabei bestätigt von einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK: Danach sagten 86 Prozent der befragten Menschen aus Baden-Württemberg, dass fachkundige und jederzeit verfügbare Beratung für pflegende Angehörige ihre Motivation zur Pflege spürbar erhöhen würde - im Vergleich der Bundesländer der höchste Wert. Gute Beratungsangebote sind für die pflegenden Angehörigen im Südwesten genauso wichtig wie finanzielle Unterstützung.

Wie bringen Sie Ihre Vorschläge in die politische Diskussion ein und wie stellen Sie sich die Umsetzung vor?

Wir gehen mit unseren Ideen an die Öffentlichkeit und werben dafür in Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern. Wir sprechen über unser Papier mit qualifizierten Expertinnen und Experten, darunter MdB Heike Baehrens (SPD) und Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Sozialministerium. Deren Einschätzungen machen wir über unsere Website sowie Social media Kanäle transparent. 

Ein wichtiges Gremium ist der Sektorenübergreifende Landesausschuss, der nun ja auch um Akteure aus dem Pflegebereich erweitert wurde. Er könnte einen Masterplan Pflege entwickeln, in dem unsere Vorstellungen - und gerne natürlich auch die Ideen von anderen Organisationen - enthalten sind. Nur wenn bei diesem wichtigen Thema alle an einem Strang ziehen, können tragfähige und zukunftsweisende Lösungen gefunden werden. 

Impulspapier Update Altenpflege der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

PDF, 106 kB , nicht barrierefrei Downloadzeit: eine Sekunde