Bereits heute stehen dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein zu wenig Pflegekräfte zur Verfügung. Die Lage wird sich in Zukunft noch verschärfen - sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Pflege sowie in den Krankenhäusern. Eine bessere Vergütung allein wird es nicht richten. Es braucht gezielte Maßnahmen, um die Arbeit in der Pflege wieder attraktiver zu gestalten.

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Im August 2018 hat die Bundesregierung das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte so den Personalengpässen in der Alten- und Krankenpflege entgegenwirken. Das Gesetz soll Entlastung im Pflegealltag bringen sowie die Arbeitsbedingungen und die Personalausstattung verbessern. Inkrafttreten sollen die Maßnahmen ab 2019.

Das Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Situation in der Kranken- und Altenpflege ist über alle Ländergrenzen hinweg angespannt. Allein im Pflegereformjahr 2017 gingen 24 Prozent mehr Erstanträge auf eine Einstufung in einen Pflegegrad bei der TK in Schleswig-Holstein ein als noch im Vorjahr. Der Bedarf wächst. Klar ist, dass es für eine gute Qualität in der Pflege auch mehr Personal braucht.

Wir müssen Pflegekräften Perspektiven bieten. Eine bessere Vergütung wäre ein erster Schritt, wird es allein jedoch nicht richten.
Sören Schmidt-Bodenstein

TK fordert Masterplan Pflegeberufe

Mittels gezielter Maßnahmen muss die Attraktivität des Berufsbilds gesteigert werden. Daher fordert die TK einen Masterplan Pflegeberufe, um den Pflegekräften wieder mehr Perspektiven zu bieten - sowohl den Berufseinsteigern als auch bereits ausgebildeten Fachkräften. Eine bessere Vergütung spielt dabei genauso eine Rolle wie flexiblere Arbeitszeitmodelle, Anreize zur Weiterbildung und neue Karrieremöglichkeiten sowie Aufgabenfelder.

Pflegende Angehörige unterstützen

Die pflegenden Angehörigen spielen bei der Frage, wie Pflege zukünftig gestaltet werden soll, längst eine entscheidende Rolle. Die Pflegebereitschaft im Land ist groß: 85 Prozent können sich laut TK-Meinungspuls vorstellen, ihre Eltern oder den Lebenspartner mehrere Stunden pro Woche zu pflegen. Da dies eine enorme Herausforderung ist, bietet die TK pflegenden Angehörigen Unterstützung an. Für die häusliche Pflege wurde der TK-Pflege-Coach entwickelt. Dieser Online-Pflegekursus bietet die Möglichkeit, sich zu Hause schnell, unkompliziert und nach eigenem Zeitplan zu informieren.

TK-Meinungspuls Pflege

Wenn es um die eigene Pflege geht, sind sich die Menschen im Norden einig: Sie wollen laut Forsa-Umfrage am liebsten in den eigenen vier Wänden gepflegt werden. Daher setzt sich die TK dafür ein, dass die gesetzliche Pflegeversicherung den Einsatz von Smart-Home-Lösungen im Pflegehaushalt ermöglicht. Sie sollen in den Leistungskatalog für sogenannte "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" aufgenommen werden. Dazu gehören beispielsweise technische Assistenz- und Überwachungssysteme, die es Pflegebedürftigen ermöglichen, länger selbstbestimmt und sicher in der eigenen Wohnung leben können. Doch dafür fehlt bislang die gesetzliche Grundlage