Kiel, 26. April 2022. Die Menschen in Schleswig-Holstein haben eine klare Forderung an die Gesundheitspolitik im Land: Der Pflegeberuf muss attraktiver gestaltet werden. Das zeigt die von der Techniker Krankenkasse (TK) in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage Monitor Gesundheit SH. 97 Prozent gaben an, dass diese Aufgabe einen sehr wichtigen Stellenwert in der Gesundheitspolitik der nächsten Jahre einnehmen sollte. 

Bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen nötig

Auch zu der Frage, wie die Politik diese Herausforderung angehen könnte, haben die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner eine Meinung. Eine bessere Bezahlung nannten 98 Prozent der Befragten als sinnvolle Maßnahme, um die Anzahl der Pflegekräfte im Land zu erhöhen, gefolgt von attraktiveren Arbeitszeitmodellen (97%), gesundheitsfördernden Angeboten am Arbeitsplatz (92%) sowie dem Einsatz digitaler Technologien (86%). 

"Pflege ist ein sehr komplexes Thema und es wird nicht den einen Königsweg geben, um alle Probleme auf einen Schlag lösen zu können", betont Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung in Kiel. Auch er sieht das Problem des Fachkräftemangels ganz oben auf der Agenda. "Eine bessere Bezahlung spielt bei der attraktiveren Gestaltung des Pflegeberufs genauso eine Rolle wie Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote. Die Möglichkeiten der Akademisierung sollten in der Pflege noch viel stärker genutzt werden", sagt er. So könnten seiner Ansicht nach auch jene jungen Menschen für den Beruf gewonnen werden, die hochqualifiziert im medizinischen Bereich arbeiten möchten, aber beispielsweise kein Medizinstudium anstreben.

Diese Maßnahmen halten die Menschen in Schleswig-Holstein in der Pflege für sinnvoll. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Zudem wird es aber auch darum gehen, neue Organisations- und Arbeitsformen in der Pflege zu erproben und weiterzuentwickeln. Mit dem Modell Mook we gern in Heide gibt es ein solches vielversprechendes Projekt. Hierbei geht es unter anderem darum, durch eine stärkere Selbstorganisation im Team die Arbeitsbedingungen positiv zu beeinflussen und damit ein attraktives Umfeld für die Pflegetätigkeit zu schaffen. "Damit weitere neue und innovative Wege in der Pflege erprobt und etabliert werden können, würde ich es begrüßen, wenn das Land in Anlehnung an den Versorgungssicherungsfonds einen Pflege-Zukunftsfonds einrichtet", schlägt Schmidt-Bodenstein vor. So könnten neue Modelle pflegerischer Tätigkeiten finanziell unterstützt und angeschoben werden. Mögliche inhaltliche Schwerpunkte sehe er zum Beispiel in der Weiterentwicklung pflegerischer Berufsbilder in der Praxis, in neuen Formen der Zusammenarbeit und in der Nutzung digitaler Unterstützungs- und Vernetzungsangebote. 
 

Hinweis für die Redaktion

Für die repräsentative Befragung Monitor Gesundheit SH  hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2022 in Schleswig-Holstein 500 Erwachsene befragt. Die Ergebnisse geben ein Stimmungsbild dazu, wie wichtig das Thema Pflege und Gesundheitspolitik im Allgemeinen für die Wahlentscheidung zum neuen schleswig-holsteinischen Landtag ist und wie zufrieden die Menschen mit dem Gesundheitswesen in ihrem Bundesland sind.