Magdeburg, 15. Juli 2021. Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt waren im Jahr 2019 durchschnittlich 22,4 Tage im Jahr krankgeschrieben und lagen damit noch knapp unter dem bundesweiten Schnitt der Pflegenden (22,6 Tage).

Ein Jahr später hat sich die Situation hierzulande verschärft. Mit durchschnittlich 24,4 Tagen pro Kopf liegen die Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt jetzt mehr als fünf Prozent über dem Bundesschnitt (23,1 Tage). Sie sind damit mehr als vier Tage häufiger krankgeschrieben als der Durchschnitt der Erwerbspersonen im Land (19,6 Tage).

Gesundheitlich besonders gefährdet

Das zeigt: Pflegekräfte sind in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu anderen Berufsgruppen gesundheitlich besonders gefährdet. Ursachen sind vor allem psychische und körperliche Belastungen. Dies zeigt eine Sonderauswertung des aktuellen Gesundheitsreports 2021 der Techniker Krankenkasse (TK).

"Sachsen-Anhalt steht mit dem bundesweit höchsten Durchschnittsalter der Bevölkerung vor einer besonderen Herausforderung. Die Menschen im Land sind auf die Pflegekräfte und deren Gesunderhaltung angewiesen. Das Ziel der Gesellschaft muss es sein, die begrenzte Ressource der Pflegekräfte, zum Beispiel durch digitale Unterstützung, zu entlasten", sagt Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt.

Eine hohe Arbeitsdichte bei gleichzeitigem Fachkräftemangel ist ein Grund für die überdurchschnittlich belastende Situation der Pflegenden. "Hier gilt es anzusetzen", so Suchant. "Wird der Berufsalltag mit gesundheitsfördernden Strukturen begleitet, können sich die Arbeitsbedingungen positiv verändern. Dies ist ein wichtiges Signal, um Fachkräfte für den Beruf zugewinnen und im Beruf zu halten."

TK fördert Prävention und Gesundheitsmanagement

Darum fördert die TK bundesweit gezielt Projekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für professionell Pflegende. Mit dem Förderantrag "Starke Pflege" werden stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser dabei unterstützt, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen im Betrieb zu schaffen - für Mitarbeiter, Patienten und Pflegebedürftige. Auf tk.de finden Sie weitere Informationen - auch dazu, wie sich interessierte Einrichtungen bewerben können.

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arzneiverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet, davon wohnten 64.000 in Sachsen-Anhalt. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I.