Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Beratungsbedarf der Menschen zum Thema Pflege weiter wachsen. Es gibt im Land schon eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich über Pflege- und Unterstützungsangebote zu informieren. Sie reichen von Beratungsleistungen der Pflegekassen über Pflegestützpunkte bis hin zu Modellprojekten in Kommunen.

Was jedoch fehlt, ist eine nutzerorientierte Vernetzung dieser Angebote. Wertvolle Synergieeffekte werden so verschenkt. Um zukunftsfähig zu sein, sollten die bisherigen Strukturen daher weitergedacht werden: Wie werden wir den Bedürfnissen der Betroffenen von Morgen hinsichtlich Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit, Übersichtlichkeit und Schnelligkeit von Informationen gerecht? Wie vermeiden wir, noch mehr "Informationsinseln" zu den bestehenden Beratungsquellen hinzuzufügen? Wie erreichen wir landesweit eine qualitative Vergleichbarkeit und Gleichwertigkeit der Basisinformationen?

Um die bestehenden Beratungsstrukturen zu vernetzen und zu modernisieren, spricht sich die TK für die Entwicklung einer digital gestützten "Informationsplattform Pflege" in Baden-Württemberg aus. Wichtig ist dabei, dass auch eine modern vernetzte Beratung im Bedarfsfall den direkten Kontakt vor Ort nicht ersetzt. Die TK bekennt sich ausdrücklich zur aufsuchenden Pflegeberatung, die sie auch weiterhin landesweit anbieten wird.

Die TK schlägt vor:

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes schafft das Ministerium für Soziales und Integration die digitale Infrastruktur für eine landesweite "Informationsplattform Pflege". Diese Plattform vernetzt die bisherigen Akteure und stellt ihr Angebot für Beratungssuchende gebündelt ins Netz. Außerdem bietet sie als zentrale Anlaufstelle eine Übersicht über die wichtigsten einschlägigen Informationen.

Das konkrete inhaltliche Konzept dazu wird gemeinsam vom Sektorenübergreifenden Landesausschuss und dem Expertenbeirat für Digitalisierung in Medizin und Pflege ausgearbeitet.

Auf dieser Plattform werden perspektivisch - z.B. durch die Pflegestützpunkte - auch neue, digital unterstützte Beratungen wie eine (video-)telefonische Erstberatung angeboten. Eine tiefergehende Pflegeberatung erfolgt durch die individuelle Vermittlung bzw. Weiterleitung an entsprechend qualifizierte Pflegeberater.

#Update Altenpflege - Impulspapier der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg