Düsseldorf, 17. Oktober 2019. Nur rund die Hälfte (51 Prozent) der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen (NRW) nimmt Entlastungsleistungen der Pflegekasse in Anspruch. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der TK. In NRW leben rund 770.000 pflegebedürftige Menschen. "Rund 78 Prozent dieser Betroffenen werden zu Hause betreut. Um sie und ihre Angehörigen zu entlasten, stehen pro Monat 125 Euro für Betreuungsangebote und bestimmte Pflegeleistungen, aber auch Haushaltshilfen zur Verfügung",  erläutert Barbara Steffens, Leiterin der TK in NRW. Damit soll ihnen der Alltag ein wenig erleichtert werden.

Entlastungsleistungen - Jahresbudget wäre flexibler

Zwar nehmen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund drei Prozent mehr die Entlastungsleistungen in Anspruch. Dennoch scheint die Möglichkeit nach wie vor vielen nicht bekannt zu sein. Dabei muss kein gesonderter Antrag gestellt werden, um den Entlastungsbetrag zu erhalten. Jeder Pflegebedürftige ab Pflegegrad I, der zu Hause versorgt wird, hat automatisch Anspruch. "Das heutige System birgt aber eine Reihe von Problemen. Als Kasse dürfen wir nicht im Voraus zahlen. Wenn Versicherte beispielsweise im Januar eines Jahres eine Rechnung in Höhe von 1.000 Euro einreichen, können wir sie nicht ohne weiteres erstatten. Kommt die Rechnung im November, ist es kein Problem weil sich der Anspruch schon auf 1.375 Euro summiert hat. Wir brauchen die Möglichkeit eines flexibel einsetzbaren Jahresbudgets von 1.500 Euro, denn die Bedarfe zur Entlastung sind nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt.", so Steffens.

TK baut digitale Unterstützung für pflegende Angehörige kontinuierlich aus

Die TK unterstützt pflegende Angehörige mit zusätzlichen Angeboten. Dazu gehört die Möglichkeit, über den TK-Pflegecoach einen digitalen Pflegekurs zu absolvieren. Das Kursangebot "Pflegen und pflegen lassen" ermöglicht Angehörigen, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen, während andere die Pflege übernehmen. Mit dem Onlineangebot pflegen-und-leben.de erhalten pflegende Angehörige psychologische Unterstützung in Belastungssituationen. Als weiteres Angebot hat die "Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e. V. - "wir pflegen" die App "in.kontakt" entwickelt. Sie vernetzt Betroffene untereinander und ergänzt klassische Selbsthilfeangebote vor Ort. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstützen und fördern das einzigartige Konzept.

Hinweis an die Redaktion

Der Stichtag für die Datenabfrage war 2018 und 2019 jeweils der 30. Juni. Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI: Ab Pflegegrad 1 stehen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege monatlich bis zu 125 Euro zu. Weitere Infos gibt es auf tk.de unter dem Suchbegriff "Angebote zur Unterstützung im Alltag" . Daten zur aktuellen Pflegesituation gibt es beim Statistischen Landesamt NRW.